Sichere Lebensmittelversorgung auch in Krisenzeiten

Landwirtschaftskammer-Obmann Peter Kettner, Bezirksbäuerin Viktoria Brandner, Kammerobmann-Stellv. Johannes Zeiler, Kammersekretär Herwig Stocker (von links) präsentierten die neue Info-Kampagne.

Heimische Landwirte bewerkstelligen auch in Krisenzeiten einen sicheren Bezug von Lebensmitteln. Dieser soll nun auch in der Bundesverfassung verankert werden, fordert die Landwirtschaftskammer, die sich ebenso für die Umsetzung der Herkunftsbezeichnung einsetzen will.
Mit einer landesweiten Info-Kampagne holt die Landwirtschaftskammer Steiermarks Bäuerinnen und Bauern als stille Alltagshelden der sicheren Lebensmittelversorgung vor den Vorhang. 16 dieser Großplakate zieren auch den Bezirk Liezen. Sie sollen bis Mitte September auf den Fleiß und die Liebe aufmerksam machen, die heimische Landwirte in die Lebensmittelproduktion einbringen. „Wir alle haben eine harte Phase durchgemacht“, sagt Landwirtschaftskammer-Obmann Peter Kettner, „nun wollen wir die Gesichter zeigen, die während der Corona-Krise unsere tägliche Lebensmittelversorgung gewährleistet haben.“ Der Bezirk Liezen ist vor allem Milch- und Fleischlieferant. Die Krise habe jedoch den Bedarf an einer breiten Palette bäuerlicher Produkte gezeigt: „Ich bin mir sicher, dass nun auch Nischenprodukte mehr Chancen haben“, so Kettner.
Fairer Preis
4684 Menschen sind bezirksweit in der Landwirtschaft tätig. Somit stellt der landwirtschaftliche Bereich 13 Prozent aller Arbeitsplätze der Region. Greift man im Regal zu einem regionalen Produkt, sichert man dadurch auch Arbeitsplätze. Ein Faktum, das auch einen gerechten Verkaufspreis einbringen soll, fordert Kettner: „Für ein regionales Produkt muss ein fairer Preis erzielt werden. Einerseits geht es um die Schaffung von Arbeitsplätzen und andererseits arbeiten die Bäuerinnen und Bauern teils unter erschwerten Bedingungen,“ so der Obmann der Landwirtschaftskammer Liezen, der sich dabei auf teils extreme Steillagen bezieht: „In den Seitentälern, wie beispielsweise dem Sölktal, werden Spezialmaschinen eingesetzt, um das Land überhaupt bewirtschaften zu können.“
Wertschätzung steigt
„In den letzten Monaten haben die Konsumenten einen stärken Bezug zu bäuerlichen Produkten entwickelt. Dieses Feuer wollen wir natürlich am Lodern halten“, sagt Kettner. Als wichtige Botschafter fungieren hierbei die heimischen Bäuerinnen. Über ihre öffentlichkeitswirksame Arbeit zog Bezirksbäuerin Viktoria Brandner nun Bilanz: Allein durch die Schulaktion konnten im vergangenen Jahr 8000 Kinder steiermarkweit und 600 Kinder bezirksweit erreicht werden. „Darüber hinaus leisten unsere Seminarbäuerinnen mit ihren Kochkursen einen wertvollen Beitrag und mit der ,Schule am Bauernhof‘ haben selbst die Kleinsten die Möglichkeit, die landwirtschaftliche Arbeit und den Kreislauf der Natur kennenzulernen“, so die Bezirksbäuerin.
Bauern fordern Herkunftsbezeichnung
Heimische Produkte heben sich durch hohe Qualität und der Sicherung von Arbeitsplätzen ab und sind aufgrund der kurzen Transportwege obendrein auch klimaschonend. Vorzüge gegenüber anderen Lebensmitteln, die dem Konsument auch mitgeteilt werden sollen: „Die Kennzeichnungspflicht in Großküchen ist ein ganz wichtiger Punkt“, sagt Obmann Peter Kettner: „Schließlich hat der Konsument das Recht zu erfahren, wo die Lebensmittel, die er zu sich nimmt, herkommen.“ Eine Forderung, die den Genuss von Speisen nun auch in Gastronomie und Hotellerie transparent machen soll.