Sicher am Seil

Ein einziges Bohrloch zu setzen, erforderte 30 Minuten Einsatz unter herausfordernden Bedingungen.

Der Alpenverein Stainach hat die Seilversicherung am Multereck erneuert. 300 Stunden und 500 kg Material waren dafür erforderlich.

Die Markierungen in Ordnung zu halten ist eine der zentralen Aufgaben des Alpenvereines. Die Sektion Stainach betreut ein Wegenetz von 156 km. Keine leichte Aufgabe, wie Wegewart Manfred Fößner mitteilt. Rund 27 Wege müssen zumindest einmal im Jahr abgegangen und etwaige Schäden aufgenommen werden. Ganz oben auf der To-do-Liste des Stainacher Alpenvereins standen in diesem Jahr die Seilsicherungen am Multereck. Nach 35 Jahren haben sie bereits einige Lawinenabgänge überdauert und waren reparaturbedürftig. Für die Durchführung konnte Bergführer Toni Kerschbaumer gewonnen werden. Bereits im Oktober des Vorjahres wurde damit begonnen, Bohrlöcher für Halterungen zu erneuern. Allein die Beförderung des benötigten Materials stellte das Team vor große Herausforderungen. 200 Laufmeter Seil, Halterungen, Werkzeuge, Stromaggregate mussten nicht nur organisiert, sondern auch befördert werden, in Summe 500 kg. Dazu fand man in Pilot und Geschäftsführer von „sky heli service“ Christian Schöpf einen verlässlichen Partner. Vom Abflugplatz nahe des Bioinstituts Trautenfels wurde das Material zum Basislager auf das Multereck geflogen. Von dort aus ging es zu Fuß weiter. Seile und Halterungen mussten zu den jeweiligen Standorten getragen werden, ebenso Bohrmaschinen, Stromaggregate und einige hundert Meter Kabel. 55 Bohrlöcher im steilen Gelände wurden durch Kerschbaumer und sein Team gesetzt. Zeitaufwand für ein einziges Bohrloch: 30 Minuten. Anschließend wurden die Seile eingeschraubt und auch in die teils neue Routenführung integriert. Die alten Seile und Halterungen mussten demontiert und per Hubschrauber ins Tal geflogen werden. Insgesamt erstreckten sich die Arbeiten über einen Zeitraum von drei Monaten und 300 Stunden.