Riesneralm investiert in nachhaltigen Skibetrieb

Riesneralm-Geschäftsführer Erwin Petz (li.) und sein Team setzen auf nachhaltig ökologische Investitionen, um als kleines aber feines Skigebiet auch in Zukunft punkten zu können.

Die Donnersbachwalder Touristiker waren über den erfolgreichen Sommerbetrieb hinaus auch nicht untätig in der Vorbereitung auf die neue Wintersaison. Geschäftsführer Erwin Petz hatte am vergangenen Montag zum Gespräch in die Talstation der Riesneralm geladen und skizzierte die Investitionen samt den Beweggründen, dafür 6 Mill. Euro in die Hand zu nehmen.
Kernpunkt des Investments ist die Errichtung eines Kleinkraftwerks mit innovativer Verschränkung hin zu den betriebsnotwendigen Beschneiungsanlagen. Mit Hilfe der Kraft des fließenden Donnersbaches werden mit zwei Wasserkraftwerken in Zukunft jährlich rund sechs Millionen Kilowattstunden Strom produziert und damit fast dreimal so viel grüne Energie erzeugt, wie die saisonale Beschneiung und der Betrieb des gesamten Skigebiets überhaupt erfordern.
Das Einzigartige daran: Das jetzt neu im Bau befindliche Wasserkraftwerk wird mit seinem Rohrsystem an die bestehende Beschneiungsanlage angeschlossen. Damit erspart man sich den Bau eines weiteren Beschneiungsteiches, der mindestens 3 Millionen Euro gekostet hätte und nur über verkaufte Liftkarten zu finanzieren gewesen wäre. Mit dem gewählten Modell ist man nun aber in der Lage, die Beschneiung über den Stromverkauf zu refinanzieren. Zugleich wird technisch alles so vorbereitet, dass ein Teil der erzeugten Wasser-Energie direkt im Netz der Riesneralm verbraucht werden kann.
Am Berg selbst wird das Beschneiungssystem so modernisiert, dass in Zukunft mit genügend Wasser und neuen Anlagen alle Pisten top beschneit werden können. Im Zuge dieses Projektes wurde der „Familienschuss“ so verbreitert, dass der Skifahrer auch heuer wieder ein „Aha-Erlebnis“ hat. Zwei neue Pistengeräte werden dabei helfend zur Seite stehen. Wie von Geschäftsführer Erwin Petz zu erfahren war, der zu diesem Gespräch auch seine Seilbahn-Mitarbeiter mitgenommen hatte, geht sein Team zuversichtlich in die Wintersaison, nachdem der Sommer am Berg vom Publikum gut angenommen wurde. Mit dem umfassenden Ausbau des unternehmenseigenen Hotel-Restaurants „Berghof“ ist auch abseits der Pisten wieder ein Schritt zu neuem Komfort und zum Ausbau von Kapazitäten getan.
Für eine Wintersport-Destination an der Pforte zu den Großgebieten Hauser Kaibling, Planai und Reiteralm ist die richtige Positionierung von großer Bedeutung. Die straffe Führung trägt jedoch in Verbund mit dem hohen Qualitätsanspruch gute Früchte. Allein wenn man den Blick über den Pyhrn­ nach Oberösterreich richtet, wo ÖSV-Boss Peter Schröcksnagel in Hinterstoder in ein Mega-Hotel investiert, bedeutet das wachsam zu sein und mit Qualität zu punkten. Auf der Riesneralm geht man hier bewusst einen anderen Weg, wie Erwin Petz ausführte. Dieser zeigt sich auch in der Investition in wertvolle Baugrundstücke, um nicht dem derzeitigen Spekulationsboom ausgeliefert zu sein.  Die angekauften Grundstücke werden die Basis für reine Tourismusprojekte sein. So auch die Weiterentwicklung der JUFA-Gästehäuser, welche durch ein zusätzliches Grundstück in die Planungsphase der Erweiterung gehen können.