Postenschacher?

Bildquelle: diepresse.com

Wenn die hiesige Innenpolitik über einen Skandal namens Postenschacher diskutiert, fühlt man sich wie im Kabarett. Immerhin ist in sämtlichen staatsnahen Betrieben, Kammern, der Nationalbank, bei Gerichten und sämtlichen anderen staatsnahen Organisationen seit dem Zweiten Weltkrieg fast ausschließlich nach Parteibuch besetzt worden. Die Qualifikation der Bewerber spielte dabei kaum eine Rolle, man denke nur an den spektakulären Niedergang der verstaatlichten Industrie, der auch nicht wirklich von tollen Managern begleitet war.
Trotzdem waren es die Freiheitlichen, die immer über die Praxis der Postenbesetzung gewettert haben, und da macht es eben keinen schlanken Fuß, wenn man selbst an der Macht dasselbe tut. Immerhin wäre der aktuelle Fall eine hervorragende Gelegenheit, um prinzipiell über das Thema nachzudenken. Das Grundproblem ist ja bekannt: Man setzt einen politischen Günstling auf einen hochdotierten Job, und alles was schief geht, begleicht der Steuerzahler.Und wenn es wie in der Notenbank wirklich jemanden mit Verstand braucht, dann gilt der alte Kalauer von den drei Vorständen: ein roter und ein schwarzer zum Kassieren und einer, der die Arbeit macht. Um dem Thema Herr zu werden, gibt es eigentlich nur eine Möglichkeit, nämlich die radikale Privatisierung. Trotz aller Schauermärchen hat diese bisher nämlich immer funktioniert und zu niedrigeren Preisen für die Konsumenten, mehr Arbeitsplätzen und schönen Erträgen für die neuen Eigentümer geführt.