Planneralm investiert 5,5 Mio. Euro

Das Schmelzwasser des 50.000 m³ großen Speicherteichs kann bereits zur Vorsaison den Schnee für 20 Hektar Pistenfläche liefern.

Die Planneralm investiert in eine moderne Beschneiungsanlage. Trotzdem wird der Naturschnee weiterhin der Hauptdarsteller in dem beliebten Skigebiet bleiben. Der Kunstschnee soll lediglich die Vorsaison absichern.
Eine Seehöhe von 1600 bis 2200 Meter und Schneefall von allen Himmelsrichtungen haben die Planneralm als Naturschneeparadies positioniert. Und sie tun es noch. Trotz dieser geografisch günstigen Lage hat auch das höchstgelegene Ski- und Bergdorf der Steiermark mit der Klimaerwärmung zu kämpfen. „Die Zeiten der ersten stabil liegen bleibenden Schneefälle, die eine Pistenpräparierung ermöglichen, haben sich unvorteilhaft entwickelt. Sie fallen nur noch selten in die wirtschaftlich vorgegebene Vorsaison und selbst das Geschäft in den Weihnachtsferien war im letzten Jahrzehnt mehrfach in Gefahr“, sagt Planneralm-Pressesprecher Harald Waupotitsch. Der drohende Ausfall dieser entscheidenden Ferienwochen und die daraus resultierenden wirtschaftlichen Folgen haben die Planneralm zu dem Schritt bewegt, in der Vorsaison auf Kunstschnee zu setzen. Um dem Winteridyll schon im November auf die Beine zu helfen, wurde ein 50.000 m³ großer Speicherteich zur künstlichen Beschneiung errichtet. Sie soll die Grundlage für die weiteren natürlichen Schneefälle bilden, die auf der Kunstschneedecke stabil verbleiben und präpariert werden. Denn trotz künstlichem Weiß werde weiterhin der Naturschnee der Hauptakteur auf der Planneralm bleiben, wie Waupotitsch betont.
„Die Planneralm bleibt ein Naturschnee-Idyll für Urlauber“, sagt Waupotitsch. Dem soll auch die neue Beschneiungsanlage nichts abtun. Was sich allerdings ändern soll ist der Winterurlaub in der Vorsaison. Der soll nun endlich planbar werden. Sowohl für Gäste als auch für die 30 Beherbergungsbetriebe auf der Planneralm. Künftig soll das Ski-Opening schon Ende November stattfinden. In diesem Jahr hat man den 28. 11. ins Auge gefasst. „Damit entsteht nicht nur für die Seilbahnen, die Gastronomie, die Beherbergungsbetriebe, die Skischulen und die Sportgeschäfte wieder Planungssicherheit. Auch die Gäste können ihre Urlaube, Ausflüge und Gruppenreisen wieder weit vor Saisonbeginn und ohne Bauchweh in Bezug auf die Schneelage buchen“, so der Pressesprecher.
Ein positives Zeichen
Ein Skiberg, der ohne öffentliche Beteiligung auskommt, ist mittlerweile zur Seltenheit geworden. Die Planneralm ist einer dieser Skiberge. Die Seilbahnen befinden nach wie vor in privatem Besitz zweier Familien und werden von den geschäftsführenden Gesellschaftern Gerhard Lackner und Stefan Pilz geleitet. „Umso mehr ist die Investition ein Meilenstein für die Entwicklung der Planneralm. Sie ist eine Sicherung der Zukunft von Familienbetrieben und Arbeitsplätzen“, so Waupotitsch, der betont: „Wir wollten dieses Zukunftsprojekt für die Planneralm trotz der Corona-Beschränkungen unbedingt noch 2020 umsetzen, um ein optimistisches Zeichen zu setzen und die Vereinbarungen mit unseren regionalen Partnern gerade im heurigen Krisenjahr einzuhalten.“
Neues Kinderland
Als weiterer Impuls wurde auch das Kinderland komplett umgebaut und flächenmäßig verdoppelt. Dazu kommt ein neuer, moderner und beidseitig nutzbarer Seillift, mit dem die Gästesteuerung auf den deutlich breiteren Anfängerpisten vereinfacht und verbessert wird. Zwei Zauberteppiche runden das Angebot für die kleinsten Anfänger ab. Trotz dieser Neuerung musste das Skigebiet schon jetzt viele Corona-bedingte Absagen von Schulskikursen hinnehmen. „Die Jugendgästehäuser sind davon besonders betroffen“, bedauert Waupotitsch, der vor allem auf bewusstseinsbildende Maßnahmen setzt: „In diesem Sektor werden alle gefordert sein, zusätzlich Vertrauen vor allem bei den Eltern zu schaffen. Die Kinder verbringen die Zeit während der Kurstage vor allem mit Schülern, mit denen sie auch dasselbe Klassenzimmer teilen. Die Häuser treffen entsprechende Vorkehrungen für die Abstandsregeln und die restliche Zeit bewegen sich die Kinder im Freien, in der Natur, was bekanntlich das Immunsystem stärkt.“ Sollten jedoch weitere Schulskikurse ausfallen, müssten die Betriebe unterstützend durch die Krise begleitet werden, so der Pressesprecher.
Corona-Maßnahmen sind getroffen
Auch in puncto Pandemie hat die Planneralm ihre Hausübungen gemacht: Gondeln werden nicht benötigt, alle Lifte sind Freiluftanlagen ohne Überdachungen. Selbst die Liftkarten werden weitgehend kontaktlos und an der frischen Luft gekauft. Die Wartezeiten bei den Liften sind minimal, Schlangen bilden sich selten. Jeder Gast kann sich Mund-Nasenschutz-Puffs bei der Liftkasse besorgen. Trotz dieser Vorkehrungen bleibt das Corona-Jahr unplanbar, wie auch die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Grimming-Donnersbachtal betont: „Die kommende Saison ist sehr schwer einzuschätzen. Ich glaube, die Plan­neralm und die Riesner­alm haben einen Vorteil gegenüber anderen Skigebieten, weil sie keine Gondeln haben. Gerade auf der Plan­neralm, wo Skitouren eine große Rolle spielen, sehen wir großes Potenzial“, sagt Jaqueline Egger.