Planai rüstet sich für den Sommerbetrieb

Mit großer Nachfrage wird beim Bikepark gerechnet. 35 Kilometer in verschiedenen Schwierigkeitsstufen bieten Spaß für die ganze Familie. Foto: Roland Haschka

Die Vorbereitungen für die Sommersaison laufen bei der Planai auf Hochtouren, denn am 29. Mai startet die Seilbahn ihren Betrieb. Für die Berge und Attraktionen wurden individuelle Sicherheitskonzepte ausgearbeitet.

Nach Wochen der coronabedingten Einschränkungen bei Freizeitaktivitäten hat die Regierung nun die ersten Lockerungen erlassen. Viele Menschen haben sich an die Vorgaben gehalten und auf Ausflüge verzichtet, oder sind nur sehr verhalten aktiv gewesen. Abgesehen davon waren die meisten Destinationen ohnehin nicht geöffnet. Wie in der letzten Ausgabe bereits berichtet, öffnet der Wilde Berg im Mautern am 15. Mai seine Pforten. Auch die anderen Bereiche der Planai-Hochwurzen Bahnen rüsten sich für das schrittweise Hochfahren. Ursprünglich war die Wintersaison bis 19. April geplant und sollte fast nahtlos in den Sommer übergehen. Am 15. März fand der Skibetrieb allerdings sein abruptes Ende. Noch bevor die schrittweisen Lockerungen angekündigt wurden, bereitete sich das Unternehmen bereits auf die Wiedereröffnung vor. „Wir sind in dieser Hinsicht vorgeprescht und haben unter Rücksichtnahme der gesetzlichen Vorgaben, umfassende Sicherheitskonzepte ausgearbeitet“, sagt Georg Bliem Geschäftsführer der Planai. Gemeinsam mit dem Mediziner Georg Fritsch wurden sämtliche Kundenpfade und Prozesse analysiert. So könne maximaler Schutz gewährleistet und allen rechtlichen Auflagen Genüge getan werden. „An der Kassa, beim Gondeleinstieg, bei den Kontrollstellen, in der Gondel selbst, im Hopsiland, bei der Tierfütterung, bei der Hängebrücke - überall kann es zu Menschenansammlungen kommen. Für jede Situation wurden Verhaltensregeln definiert, um maximale Sicherheit zu garantieren“, erklärt Bliem.

Bei der neuen 10er Gondelbahn würde man sich vergleichsweise leicht tun den Sicherheitsabstand zu gewährleisten. Kopfzerbrechen bereite ihm noch die Dachsteinseilbahn: „Wenn die Richtlinien so bleiben wäre das ein wirtschaftliches Fiasko.“ Der Betrieb könne unter diesen Umständen die Anzahl der zu befördernden Gäste nicht bewerkstelligen, geschweige denn kostendeckend laufen. Auch die Busreisen leiden unter der aktuellen Situation: „Die Buchungslage vor der Coronakrise war sehr zufriedenstellend. Jetzt ist jedoch noch nicht klar, ob ein 50-Sitzer Bus überhaupt voll besetzt werden darf.“ Der Coronakrise zum Opfer gefallen ist das Kart-Race. Man benötige Ersatzteile aus Italien, die derzeit nicht lieferbar sind. Diesen Sommer rechnet die Geschäftsleitung mit Umsatzeinbußen von bis zu fünfzig Prozent. Wie alle Unternehmen kämpfe man in dem Spannungsfeld zwischen Wirtschaftlichkeit und Erfüllung der Sicherheitsmaßnahmen. Dass eine zweite Corona-Welle das Land bis in den Winter still legen könnte, mag Georg Bliem gar nicht denken: „Dann hätten wir Chaos pur.“ Aktuell müsse man so flexibel wie möglich auf Entwicklungen reagieren: „Für dieses Jahr bereits budgetierte Investitionen haben wir um sechs Millionen Euro gekürzt.“ Der Bau des Lärchkogelliftes werde allerdings wie geplant umgesetzt.

In der jetzigen Zeit sei es wichtig positive Zeichen zu setzen. Die Planai wolle mit dem proaktiven Agieren und Aufsperren auch den vielen betroffenen Tourismusbetrieben Mut machen. An den Vorbereitungen für die Bikeparkeröffnung wird intensiv gearbeitet. Hier sei der Sicherheitsabstand relativ leicht einzuhalten und man rechnet mit einem großen Ansturm. Ob Downhill, Flow- oder Jumptrail - die Strecken von insgesamt 35 Kilometern sind beliebte Freizeitbeschäftigungen für die ganze Familie. Georg Bliem hofft auf eine baldige Reiseerleichterung: „Entscheidend für die gesamte Region ist der deutsche Markt. Zwar müssen wir uns momentan auf den heimischen Kernmarkt konzentrieren, die Gäste aus Deutschland sind allerdings ein wichtiges Standbein für die gesamte Region.“