Ohne Strom vom Netz: Lassings Bauern werden autark

Ewald Schnepfleitner (Mitte) und Peter Kettner (re.) sind zwei von Lassings Bauern, die auf nachhaltige Energiegewinnung durch PV-Anlagen setzen. Links Marc Schweiger von der Firma Eco-Tec.

Von Frühling bis Herbst benötigen viele Landwirte von Lassing künftig keine Energie aus dem Netz. Der Grund sind leistungsstarke PV-Anlagen, die einen großen Teil des Bedarfs abdecken.
„Eine Landwirtschaft zu betreiben, ist sehr energieaufwendig“, eröffnet Landwirtschaftskammer-Obmann Peter Kettner, der selbst Hofbesitzer ist. Seine Landwirtschaft liegt in Lassing, wo er gemeinsam mit anderen Landwirten eine Initiative für mehr Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit gestartet hat. Um den Strombedarf aus dem Netz massiv zu reduzieren, setzt man in Lassing auf Photovoltaik. Finanzielle Unterstützung bei den Anschaffungskosten erhalten die Landwirte durch die Investitionsprämie für Unternehmen. Eine Förderung, mit der die Bundesregierung die österreichische Wirtschaft in Folge der Corona-Krise unterstützen will und die mit der Förderung für PV-Anlagen kombinierbar ist.
Überschüssige Energie wird gespeichert
„Der durchschnittliche Energiebedarf eines Bauernhofs liegt je nach Größe zwischen 20.000 und 50.0000 Kilowattstunden pro Jahr“, erklärt Projektleiter Marc Schweiger von der Firma Eco-Tec. Rund 30.000 Kilowattstunden können Lassings Bauern nun mit ihren eigenen PV-Anlagen produzieren. Der Grund dafür ist eine neue Technologie der Energiespeicherung. „Bei diesen Anlagen wurden kobaltfreie Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien verwendet, die umweltschonend produziert und auch entsorgt werden können“, so Schweiger. Vom Frühjahr bis in den Herbst sorgt diese Technologie dafür, dass Lassings Bauern nahezu autark sind. Wie viel Strom während der Wintermonate aus dem Netz bezogen werden muss, zeigt eine eigene App. Sie informiert ebenso, wie viel Strom aktuell produziert, verbraucht und gespeichert wird.
Förderung bis zum 28. Februar
„Die Nachfrage an erneuerbarer Energie steigt stetig“, sagt Marc Schweiger, denn die Preis-Leistungs-Kurve falle steil nach unten. „Eine PV-Anlage amortisiert sich je nach Verbrauch bei einem Einfamilienhaus nach rund acht Jahren, bei einem Bauernhof schon nach vier bis fünf Jahren“, informiert Schweiger. Als Montagefläche hat man die Dächer der Stallungen gewählt. Alternativ würden sich auch brachliegende Wiesen in Steilhängen anbieten, wie Peter Kettner weiß und betont: „Sollten sich noch weitere Bauern an dieser Initiative anschließen wollen, ist das noch bis zum 28. Februar möglich.“