Öblarn: Doch kein weiterer Bergbau

Mit Transparenten brachten besorgte Bürger ihre Befürchtungen zum Ausdruck.

Applaus für zurückgezogenes Ansuchen: Nachdem in Öblarn die Wogen rund um den geplanten Abbau in der Walchen hochgingen, kehrt wieder Ruhe ein. Zum zweiten Mal.

Mit letzten Dienstag war die Verhandlung für den Kalkmarmor-Abbau in der Öblarner Walchen anberaumt. Nachdem der komplette Schwerverkehr aus der Walchen (50.000 Tonnen Gesteinsmaterial jährlich) durch das Ortsgebiet rollen sollte, stiegen die Öblarner auf die Barrikaden. In einer Pressekonferenz legte die SPÖ gemeinsam mit der Bürgerinitative „Lebenswertes Öblarn“ die Problematik des Abtransportes dar.

Welle der Erleichterung

Zahlreiche Betroffene, teils mit Rechtsvertreter, hatten sich vor dem Gemeindeamt versammelt und warteten mit Spannung auf die Eröffnung der Verhandlung. Auf Transparenten machten sie plakativ auf die drohende prekäre Verkehrssituation aufmerksam. Zu einer Verhandlung ist es jedoch nicht gekommen. Ähnlich wie bei dem Ansuchen vor zwei Jahren gab Robert Schüller, Vertreter der Montanbehörde, bekannt, dass das Ansuchen zurückgezogen wurde. Daraufhin folgte Applaus und eine Welle der Erleichterung bei den Anwesenden. „Das ist ein wichtiger Zwischenerfolg. Es muss uns aber bewusst sein, dass ein neuer Antrag jederzeit wieder gestellt werden kann. Die Gefahr, dass Öblarn unter die Schwerverkehr-Räder kommt, ist noch nicht gebannt“, sagt Michael Trinker, Sprecher der Bürgerinitiative „Lebenswertes Öblarn“. Das Damokles-Schwert hängt noch über der Gemeinde. Einzige Möglichkeit sei ein sinnvolles Verkehrskonzept mit einer Tonnagenbeschränkung, „sonst stehen wir in absehbarer Zeit wieder vor dem selben Problem“.

Gegen die Verkehrsbelastung

Bürgermeister Franz Zach ließ noch am selben Tag per amtlicher Mitteilung verlautbaren, dass er mit Hilfe einer renommierten Juristin einen neunseitigen Einspruch gegen das geplante Vorhaben erhoben hatte. Er habe „nachdrücklich zum Ausdruck gebracht, dass die Marktgemeinde Öblarn massiv gegen die Erteilung einer Bewilligung auftritt“. Das Ziel, den Schwerverkehr durch Öblarn zu verhindern, ist am Ende des Tages geglückt. Für‘s Erste. „Ich kann euch nur versprechen, dass ich alles tue, was mir rechtlich möglich ist, weiterhin die Marktgemeinde Öblarn und euch alle gegen eine derartige Verkehrsbelastung zu vertreten“, so der Bürgermeister.

Nur Zeit gewonnen

„Der ganze Antrag, den die Firma Aldrian eingebracht hat, war in meinen Augen unvollständig und hätte so nicht genehmigt werden können“, sagt Rechtsanwalt Hans-Moritz Pott. Den Rückzug sieht Pott nicht als Sieg, man habe lediglich Zeit gewonnen. Vermutlich werde im Hintergrund bereits ein neuer Antrag vorbereitet, dieses Spiel sei „nur eine neue Verzögerung“.

Letzten Endes werde es an der Gemeinde liegen. Die Betroffenen sind alle außerhalb der 300-Meter-Zone, dort habe man keine großen Rechte. „Wenn allerdings das öffentliche Interesse, wie Sicherheit und Gesundheit dem Abbau entgegensteht, muss eine Interessensabwägung vorgenommen werden“, so Pott.