Nur Verlierer

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Mitten in einer Phase der wirtschaftlichen Entspannung nach den schwierigen Coronajahren droht jetzt durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine erneut eine Verschärfung der Lage. Hauptleidtragender der harten westlichen Wirtschaftssanktionen wird zwar Russland sein, aber auch in Westeuropa drohen zahlreiche Einschränkungen und letztlich ein deutliches Nachlassen der konjunkturellen Erholung.

Dass die Sanktionen richtig und wichtig sind, steht wohl außer Streit. Aber wenn der Krieg wie befürchtet länger dauert, dann wird daran auch Europa leiden. Schon jetzt fehlen Vorprodukte für einige Industrien, die Lieferkettenprobleme werden sich also nochmals verschärfen. So hat etwa VW schon Kürzungen in der Produktion angekündigt. Sollte es zudem zu Einschränkungen bei der Versorgung mit Erdgas kommen, sind nicht nur weiter steigende Preise zu befürchten, sondern dass einzelne Industrien aus Gasmangel ihre Produktion drosseln oder überhaupt abstellen müssen.

Angesichts der traurigen Bilder, die uns aus der Ukraine erreichen, mag dieses Szenario wie ein Nebenschauplatz wirken. Uns muss aber trotzdem bewusst sein, dass die aktuelle Lage gemeinsam mit der massiven Inflation die wirtschaftliche Situation Europas ganz massiv verschlechtern wird. Also ein Grund mehr, um alles zu unternehmen, Russland zur Vernunft zu bringen und ein möglichst rasches Ende des Krieges zu erwirken. Denn aktuell sind alle Verlierer, die Ukraine, Russland und die EU.