Noch kein Winter wie damals

Spaß im Schnee haben sich heuer deutlich weniger Urlauber als vor Corona gegönnt. Foto: lorenzmasser.com

Die Semesterferien sind vorbei. Skigebiete und Tourismusregionen ziehen Bilanz. Von positiver Überraschung bis zur Unwirtschaftlichkeit.

Späht man über die Grenze nach Oberösterreich, wird rasch klar: Die Corona-Pandemie ist nicht vorbei. Die Wurzeralm wird die Wintersaison vorzeitig beenden. Schon mit 13. März sollen die Lifte geschlossen werden. Die pandemiebedingte wirtschaftliche Gesamtsituation rechtfertige aktuell keine Fortführung des Winterbetriebs, heißt es von Seiten der Hinterstoder-Wurzeralm-Bergbahnen. Standortdebatte gebe es jedoch keine. Sowohl Sommerbetrieb als auch Winterbetrieb 2022/23 sollen planmäßig erfolgen. Wie es den Skigebieten und Tourismusregionen im Ennstal in diesem Winter erging, der „Enns­taler“ hat nachgefragt.

Deutsche Urlauber auf der Bremse

Geschäftsführer Georg Bliem zieht ein Resümee über die Skiberge Planai, Dachstein, Galsterberg und Hochwurzen: „Über den gesamten Winter hinweg liegen wir bei ungefähr 80 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019.“ Damit sei man durchaus zufrieden, weil man nicht die Hoffnung hatte, das Niveau von 2019 halten zu können. Grund: „Es gab viele Einschränkungen. Österreich ist in Deutschland ein Hochrisikogebiet. Daher waren die Energieferien nicht schlecht, doch auch nicht das, was wir gewohnt sind. Die Österreicher haben uns die Treue gehalten, die Deutschen standen da schon auf der Bremse“, so Bliem, der hofft „im nächsten Jahr wieder Normalität zu erreichen.“

Ein herausfordernder Winter

In Schladming-Dachstein sei man generell zufrieden und das, obwohl es angesichts der Pandemie ein herausfordernder Winter sei, sagt Schladming-Dachstein-Geschäftsführer Mathias Schattleitner: „Mit Ende Jänner haben wir sensationelle 80 Prozent des Rekordwinterniveaus von 2019 erreicht. Ein Ergebnis, an das die westlichen Bundesländer nicht herangekommen sind.“ Trotz der Semesterferien sei der Februar deutlich schwächer gewesen als der Jänner. Den Grund dafür sieht Schattleitner in den Einreiseregelungen nach Österreich und der Reisewarnung in Deutschland. „Wir haben viele Buchungen verloren, weil sich die Regelungen geändert haben“, so der Schladming-Dachstein-Geschäftsführer. Im März gehe es allerdings wieder „gut dahin. Der Schnee passt zum Glück.“

Saisonkartenverkauf leidet

Unsicherheit aufgrund des Wechsels geltender Covid-Bestimmungen sei vor allem im Saisonkartenvorverkauf zu spüren gewesen, sagt Kaiserau-Geschäftsführer Mario Brandmüller: „Dafür haben wir einen starken Zuwachs an Skitourengehern verzeichnet.“ Im Vergleich zu vergangenen Saisonen liege man auf der Kaiserau im Mittelfeld, „weder schlecht, noch sehr gut. Wir hoffen auf Normalität in der nächsten Saison“, so Brandmüller. Dafür will sich die Kaiserau mit einer Investition rüsten und unter anderem die Pisten adaptieren.

Noch nicht anschlussfähig

Tourismus-Chefin Pamela Binder vom Ausseerland-Salzkammergut sei zwar zufrieden, wie sie sagt, doch „noch sind wir nicht anschlussfähig an die Zahlen vor Corona. Verglichen mit einem normalen Winter liegen wir um rund ein Drittel zurück.“ Erfreulich: „Viele Gäste, die heuer im Winter bei uns waren, haben anschließend gleich für den nächsten Winter gebucht. Da konnten unsere Betriebe gut überzeugen“, so Binder. Im Ausseerland blickt man nun auf den Sommer, der heuer mit einem Narzissenfest startet. Schon jetzt gebe es viele Buchungen und Anfragen, denn die Sommerfrische erlebe eine Renaissance, so Binder: „Die Leute wollen wieder länger an einem Ort bleiben.“ Die Tourismus-Chefin hofft, bald schon an den „alten Zahlen“ andocken zu können.