Nightrace im Doppelpack

Auch heuer gehen wieder zwei Nachtrennen in Schladming über die Bühne. Am kommenden Dienstag findet der legendäre Nachtslalom statt, tags darauf folgt der von Garmisch übernommene Riesentorlauf. Foto: Martin Huber

Und wieder einmal darf‘s Schladming richten. Mit einem Paukenschlag verkündete die Planai letzte Woche, dass ein zweites Nachtrennen in Schladming zur Austragung kommt. Unmittelbar nach dem „Nightrace“ am kommenden Dienstag, dem 24. Jänner, geht tags darauf am Mittwoch, dem 25. Jänner, ein Nachtriesentorlauf über die Bühne.

Bereits unzählige Absagen musste der alpine Rennzirkus in der laufenden Saison hinnehmen. „Ungünstige Wettervorhersagen“ und die „aktuelle Schneelage“ haben letzte Woche auch Garmisch-Partenkirchen dazu bewogen sowohl die Abfahrt als auch den Riesenslalom Ende Jänner abzusagen. Für letzteren war schnell Ersatz gefunden. „Mit der Ausrichtung eines Weltcup-Nacht-Riesentorlaufs auf der Schladminger Planai geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung“, sagt Planai-Geschäftsführer Georg Bliem. Den Anruf vom ÖSV, ob man sich ein zusätzliches Nightrace am kommenden Mittwoch vorstellen könne, bekam Bliem während er beim Damen-Nachtslalom in Flachau verweilte. Nach einer Abstimmung mit dem WSV Schladming stand schnell fest: Schladming sei dazu in der Lage. „Das gesamte Team rund um den WSV Schlad­ming und Planai hat schon in der Vergangenheit mit viel Flexibilität und Kompetenz bewiesen, auch kurzfristig Weltcuprennen auf höchstem Niveau austragen zu können“, ergänzt der Planai-Chef.

Organisationstalent der Schladminger

Die erste Saison in der Post-Grogl­-Ära gleicht einer Feuertaufe für den neuen WSV-Schladming-Präsidenten Hansjörg Stocker. „Wir haben davon erfahren, als wir gerade die OK-Abschlusssitzung des Nightrace hatten. Als das zusätzliche Rennen unter „Allfälliges“ zur Sprache kam, glaubten einige erst, es handle sich um 2024“, so Stocker. Unmittelbar danach krempelten die Verantwortlichen die Ärmel hoch und klärten die wichtigsten Eckpunkte ab. Zwar sei vieles an Infrastruktur wie Kameras und Tribünen schon da, aber das zusätzliche Nachtrennen war „eine riesengroße Herausforderung“, wie Stocker gegenüber dem „Ennstaler“ erwähnt. Es galt Behördenwege zu gehen, Verfügbarkeit der Einsatzorganisationen zu prüfen, TV-Rechte abzuklären und viele freiwillige Helfer zu organisieren. Auch die Unterkünfte für den gesamten Riesentorlauf-Tross mussten sichergestellt sein. „Dank meines engagierten Teams und der breiten Unterstützung aller Beteiligten, konnten wir schon Donnerstag Mittag zusagen“, so der WSV-Präsident.

Längere Strecke, mobile Beleuchtung

Wie bei der WM 2013 wird der Start des FIS-Weltcup-Riesentorlaufs rund 200 Höhenmeter über dem Slalomstart bei der Kesslerbrücke liegen. Auf einer Länge von etwa 350 Metern errichtet man im oberen Streckenbereich eine mobile Flutlichtanlage. Zehn Masten mit je zwölf Scheinwerfern sorgen für kamerataugliche Bilder und beste Sichtverhältnisse für die Läufer. Der Gästeskilauf muss während der Vorbereitungen gelenkt werden, dazu gibt es aber Parallelabfahrten. Am Renntag selber müssen die Skigäste von der Mittelstation mit der Gondel ins Tal. Die Abfahrt Planai-West funktioniert jedoch problemlos.

Grünes Licht

Am Montag, dem 16. Jänner, gab der ÖSV nach einer Schneekontrolle endgültig grünes Licht für die zwei anstehenden Welt­cuprennen. Neben FIS-Renndirektor Janez Hladnik waren auch Vertreter des ÖSV, des ORF und des lokalen Organisationskomitees bei der Schneekontrolle anwesend. „Das Organisationskomitee und das Pistenteam haben super Arbeit geleistet. Wir freuen uns auf zwei echte Highlights in diesem Ski-Winter“, sagte ÖSV-Event-Bereichsleiter Rupert Steger. Im Gegensatz zu den zwei vergangenen Jahren gibt es heuer keine coronabedingten Beschränkungen der Zuschauerzahlen. Beim Nightrace am Dienstag rechnet man mit 35.000 Besuchern, am Mittwoch sollen es an die 10.000 sein. Schon im Vorjahr sprang die Planai kurzfristig für den Flachauer Damen-Nachtslalom ein. Der Grund für Absage in Flachau war die hohe Corona-7-Tages-Inzidenz im Bezirk Pongau. Das Komitee stellte sein Organisationstalent unter Beweis und zauberte binnen kürzester Zeit beste Bedingungen für das Rennen. Auch für kommende Woche sind die Vorzeichen vielversprechend.

Dienstag, 24. Jänner (The Nightrace): 1. Durchgang 17.45 Uhr, 2. Durchgang 20.45 Uhr. Mittwoch, 25.Jänner (Nacht-Riesentorlauf): 1. Durchgang 17.45 Uhr, 2. Durchgang 20.45 Uhr.

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