Niederöblarn: Flugrettung wird auf 24-Stunden-Einsatz erweitert

Nun ist es fix: Der Christophorus 14 wird der zweite 24-Stunden-Rettungshubschrauber in der Steiermark. Foto: R.Schornsteiner

Die Landesregierung hat sich gegen Graz und für Niederöblarn entschieden: Der Christophorus 14 wird der zweite Rettungshubschrauber sein, der in der Steiermark rund um die Uhr für den Rettungseinsatz zur Verfügung steht.

Die Engpässe in der notärztlichen Versorgung zwingen zu raschem Handeln. Um den bodengebundenen Rettungsdienst zu entlasten, wurde in einem Notarztgipfel der Ausbau der Flugrettung beschlossen. Neben dem Stützpunkt in St. Michael, der seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 2020 von Beginn an im 24-Stunden-Betrieb geführt wird, soll ein weiterer Rettungshubschrauber rund um die Uhr für Einsätze zur Verfügung stehen. In der näheren Auswahl standen die ÖAMTC-Stützpunkte in Graz und in Niederöblarn. In dieser Woche hat sich die steirische Landesregierung nun festgelegt. In einer Presseaussendung heißt es: Sowohl die klimatischen Bedingungen – weniger Nebel als im Grazer Becken – als auch die Entlastung der bodengebundenen Notarztstützpunkte im Ennstal sprechen für den Betrieb in Niederöblarn. Außerdem bestehen im Gegensatz zum Grazer Stützpunkt, der sich am Gelände des Flughafens befindet, keine Hürden flugrecht­licher Natur. Am Flughafen Graz herrsche per Bundesverordnung ein Nachtflugverbot, das auch für Notarzthubschrauber gelte, heißt es von Seiten der steirischen Landesregierung. Diese hat nun ein Umsetzungskonzept für den 24-Stunden-Betrieb des Christophorus 14 in Niederöblarn in Auftrag gegeben.

Ausbau noch in diesem Jahr

Laut Harald Eitner, dem Leiter der Fachabteilung für Katastrophenschutz, kann die Umsetzung noch in diesem Jahr gelingen. Dies sei gerade im flächenmäßig größten Bezirk Österreichs mit seiner schwierigen Topographie ein wichtiger Schritt zur Versorgungssicherheit, so Eitner. Der ÖAMTC arbeitet bereits jetzt „mit voller Kraft daran, den Christophorus 14 für den 24-Stunden-Betrieb vorzubereiten“, sagt der Leiter der ÖAMTC-Flugrettung der Steiermark, Reinhard Kraxner.

Weitere Schritte folgen

Für Landeshauptmann Christopher Drexler ist der zweite nachtflugtaugliche Hubschrauber ein wichtiger Beitrag, „um die notärztliche Versorgung der Steirerinnen und Steirer weiter zu verbessern.“ Auch für Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß ist die Erhöhung der Kapazitäten im Ennstal „ein wichtiger Schritt“, wie sie sagt. Die Inbetriebnahme des Christophorus 14 als zweiter 24-Stunden-Rettungshubschrauber soll jedoch nur ein Teil des Notarzt-Pakets sein. Weitere Maßnahmen will die steirische Landesregierung noch im August präsentieren.

Diese seien auch nötig, wie der SPÖ-Regionalvorsitzende Mario Lindner betont. Der zweite 24-Stunden-Rettungshubschrauber könne nur ein erster Beitrag zur Lösung der Notarztkrise sein. Für eine funktionierende Versorgung brauche es schnelle Reformen im Notarzt-System.