Neuer Chef, altes Problem

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Der neue englische Premierminister heißt also Boris Johnson. Er beerbt Theresa May und will jetzt zustande bringen, woran seine Vorgängerin gescheitert ist, nämlich den Brexit zu vollziehen. Und zwar notfalls auch ohne ein Abkommen mit der EU und jedenfalls spätestens Ende Oktober. Ob ihm das gelingt ist freilich ebenso unklar wie die eventuellen Folgen eines unkontrollierten Brexit. Sprich, seit dem Referendum tritt Großbritannien auf der Stelle und eine Lösung ist weit und breit nicht in Sicht.
Das Abkommen, das mit der EU ausgehandelt wurde, fand ja im britischen Unterhaus keine Mehrheit. Es hätte praktikable Übergangslösungen enthalten und einen geordneten Abschied aus der EU ermöglicht. Die Chancen, dass eine derartige Lösung noch zustande kommt, sind allerdings sehr gering. Viel eher müssen wir uns auf einen chaotischen Abgang der Briten gefasst machen, mit allen schon lange skizzierten Folgen.
Allerdings wird es auch für Johnson sehr schwierig werden, einen Beschluss durch das britische Unterhaus zu bringen. Schon May hatte alle denkbaren Möglichkeiten zur Abstimmung gebracht, und für keinen einzigen der Vorschläge eine Mehrheit bekommen. Warum das jetzt anders sein soll, ist nicht wirklich ersichtlich. Jedenfalls ist zu befürchten, dass uns noch einige Monate Ratlosigkeit erwarten, mit einem nicht planbaren Ende.