Ministerin Tanner in der Kaserne Aigen „gelandet“

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, Militärattaché Oberst Gerardo Contristano und Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang. Foto: Tritscher

Hoher Besuch in Aigen: Verteidigungsministerin Klaudia Tanner sowie die beiden Landeshauptleute Hermann Schützenhöfer und Anton Lang informierten über das neue Hubschrauber-Nachfolgemodell „Leonardo AW169M“. Zwölf der 18 Maschinen werden ab Mitte 2022 in der Kaserne Fiala-Fernbrugg stationiert sein.
Ursprünglich war geplant, dass die neue Maschine beim Besuch der Ministerin in Aigen landen wird, der Flug musste jedoch aufgrund von Sturmböen im Raum Bozen abgesagt werden. „Die nicht enden wollende Diskussion um den Erhalt dieses so wichtigen Standorts ist endlich erledigt. Das ist neben der militärischen Bedeutung wichtig für die Region und insbesondere für die 250 Mitarbeiter des Standortes“, so Tanner, die mit einem Black Hawk anreiste. Ein moderner Hubschrauber brauche auch ein modernes Umfeld, so werden rund drei Millionen Euro in Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen am Standort Aigen investiert. Die Ministerin dankte in ihrer Rede allen voran Hermann Schützenhöfer als „politischem Vater“ dieser Entscheidung. Dem widersprechen die Freiheitlichen in einer Aussendung: Landtagsabgeordneter Albert Royer ruft in Erinnerung, dass Ex-FPÖ-Verteidigungsminister Mario Kunasek den Grundstein für die Alouette-Nachfolge mit einer Finanzierung von rund 400 Millionen Euro für das Bundesheer ausverhandelte.
Als „besonderes Anliegen“ bezeichnete Landeshauptmann Schützenhöfer den Ankauf der Leonardo AW169M. Er bestätigte, dass der Standort Aigen nun auf Jahrzehnte abgesichert ist. Bei der Sicherheit für die Steiermark gäbe es für ihn keine Kompromisse.
Über 7000 Einsätze wurden von Soldaten der Kaserne Fiala-Fernbrugg mit der alten Alouette III geflogen, darunter Suchmissionen und Löscheinsätze. Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang bekräftigte, wie wichtig das Österreichische Bundesheer in Krisenzeiten für das Land ist. Bei Bedarf, zum Beispiel Katastrophen großen Ausmaßes, können die neuen Hubschrauber jederzeit auch für Einsatzaufgaben (Personen- und Materialtransport, Feuerlöschen, Luftaufklärung usw.) verwendet werden. Die zeitgemäße Avionik ermöglicht auch bei Nacht bzw. schlechten Witterungsbedingungen die Erfüllung aller Einsatzaufgaben. Die 1967 eingeführten leichten Verbindungs- und Transporthubschrauber Alouette III müssen aus technischen Gründen Ende 2023 ausgeschieden werden. Durch das neue Hubschrauber-System des Leonardo AW169M können, mit entsprechenden Missionsausstattungen (unterschiedliche Konfigurationen für verschiedene Aufgaben), alle Fähigkeitsbereiche inklusive dem Selbstschutz abgedeckt werden.
Bereits jetzt gibt es in Österreich Firmen, die als Zulieferer für den Leonardo-Konzern arbeiten. Im Zuge der weiteren Verhandlungen mit der italienischen Regierung wird durch das Bundesministerium für Landesverteidigung mit Unterstützung der Wirtschaftskammer auf eine österreichische Wertschöpfung Wert gelegt, wie beispielsweise Ausstattung mit Medizingeräten usw. Ein Erstpaket an Umschulungen für Piloten und Techniker soll im Zuge der Vertragsverhandlungen ebenso berücksichtigt werden. Diese finden höchstwahrscheinlich beim Kooperationspartner statt. Zukünftige Ausbildungen werden dann durch das Bundesheer selbst durchgeführt.