Maecenas-Preis geht ins Ennstal

Ein „Best Practice – in wirtschaftlich und kulturell herausfordernd en Zeiten“ gelang dem Benediktinerstift Admont und dem Onlinespezialisten LightCyde mit der Kulturplattform discover-culture, weshalb sie auch in selbiger Kategorie mit dem Österreichischen Kunst- und Kultursponsoring-Preis Maecenas ausgezeichnet wurden.

Dass Kultursponsoring in Krisenzeiten eine besondere Bedeutung erfährt, ist eine Entwicklung, die der Maecenas-Preis einmal mehr zum Ausdruck bringt. Am 6. Mai wurde er bereits zum 32. Mal durch das unabhängige Wirtschaftskomitee „Initiativen Wirtschaft für Kunst“ in Kooperation mit dem ORF für die Förderung jener Kunstprojekte verliehen, die ohne diese Unterstützung nicht hätten verwirklicht werden können. In der Kategorie „Best Practice – in wirtschaftlich und kulturell herausfordernden Zeiten“ wurden das Benediktinerstift Admont und die LightCyde GmbH aus Schladming für die Kulturplattform discover-culture.com mit dem Maecenas-Preis ausgezeichnet. Nachdem das Admonter Benediktinerstift zum erfolgreichsten Kloster im Bereich Social-Media- und Online-Marketing gekrönt wurde und 2019 sogar den Staatspreis PR ins Ennstal holen konnte, ist der Maecenas-Preis nun „ein weiterer innovativer Meilenstein“ auf den man stolz sei, sagt Abt Gerhard Hafner, „denn die Glaubens-, Kultur- und Wissensvermittlung sind ein zentrales Anliegen unseres Hauses“, betont der Klostervorsteher.

Prominente Mitglieder

Erst vor Kurzem ist die Plattform discover-culture.com online gegangen und verzeichnet schon jetzt prominente Mitglieder. Darunter: Der gesamte KHM Museumsverband, zu dem Kulturgrößen wie das Kunsthistorische Museum Wien, die Schatzkammer in der Hofburg und die Kaiserliche Wagenburg zählen, das Bank Austria Kunstforum Wien, das Stift Admont, Stift Wilten, Stift Rein, die Heimat der Sound-of-music-Familie „Villa Trapp“, das Schloss Tratzberg und die Burg Hochosterwitz. „Wir haben allergrößtes Interesse daran, unsere digitalen Angebote einem internationalen Publikum zugänglich zu machen, und die Plattform Discover Culture bietet uns dafür die ideale Möglichkeit“, so Sabine Haag, Generaldirektorin des KHM-Museumsverbands. Auch auf Schloss Tratzberg will man discover-culture.com nutzen, um „ein breites Publikum über Landesgrenzen hinweg“ anzusprechen, sagt Ulrich Graf Goess-Enzenberg: „Potentielle Schlossbesucher, Jugendliche mit ihrer besonderen Nähe zu Social Media und Internet sowie fachlich Interessierte kann man so vorab erreichen und ihr Interesse wecken.“ Mit der Visualisierung von Schloss Bückeburg konnte discover-culture.com erstmals auch außerhalb von Österreich Fuß fassen.

Facebook der Kulturbetriebe

Das für die neue Kulturplattform technische Know-how kommt von den Spezialisten von LightCyde, einer Agentur für Digitalisierung und Online-Marketing mit Sitz in Schladming, die gemeinsam mit dem Benediktinerstift Admont discover-culture.com entwickelt hat. Die Grundidee ist genauso simpel wie genial: Das Angebot einzelner Kulturinstitutionen wird zu einem gemeinsamen digitalen Gesamtpaket vereint. „Mit Discover Culture ist eine weltweite Kultur- und Kunstvermittlung möglich, weswegen wir schon in Kürze mit der internationalen Vermarktung der Kulturplattform beginnen werden,“ sagt der Projektentwickler und Leiter für Kultur, Tourismus und PR Stift Admont, Mario Brandmüller. Der Weg dorthin ist bereits geebnet: Schon jetzt besitzt die Plattform internationale Bildrechte. Erklärtes Ziel: „Diese Plattform soll zum Facebook für Kulturbetriebe werden“, sagt Thomas Fischbacher, Projektentwickler und CEO von LightCyde. Schon nach wenigen Monaten „sind unsere Seitenaufrufe förmlich explodiert“,  so Fischbacher. Kein Wunder, schließlich bündelt Discover Culture das digitalisierte Angebot namhafter Kulturinstitutionen und bietet somit einen außergewöhnlichen Werbewert.

Brücke zum Besuch vor Ort

Die Zeit sei reif für digitale Kulturangebote bestätigt auch Pater Michael Robitschko: „Museen müssen keine Angst haben, dass sie Gäste durch Online-Touren verlieren. Ganz im Gegenteil. Durch diese Möglichkeit gewinnen sie erstmals ein Publikum, das sie allein aufgrund der geografischen Distanz niemals erreicht hätten“, bringt es Stift Admonts Kulturbeauftragter auf den Punkt. „Discover-culture ist eine perfekte Ergänzung zum Besuch vor Ort. Die neue Plattform ist vielmehr eine virtuelle Brücke zum realen Kulturerlebnis“, so Pater Michael. Die virtuellen Touren eignen sich besonders zur Vor- und Nachbereitung der Besuche vor Ort, denn durch die Implementierung von interessanten Informationen via Audio- oder Videosequenzen ist eine einmalige und umfangreiche Kultur- und Wissensvermittlung möglich. Auch für KHM-Generaldirektorin Sabine Haag stehen die virtuellen Touren nicht in Konkurrenz mit jenen vor Ort: „Als Museum wollen wir den Menschen weltweit die Gelegenheit geben, unsere einzigartigen Kunst- und Kulturschätze im KHM-Museumsverband auf eine hochkarätige und ansprechende Art digital zu erleben und freuen uns, wenn sie dann bei ihrem nächsten Österreich-Besuch umso begeisterter die Originale entdecken wollen.“