Loyalität zu heimischen Bauern

Hoben den Stellenwert der regionalen Landwirtschaft hervor und appellierten an Konsumenten bewusst ins Regal zu greifen: Alfred Gruber, Kammersekretär Herwig Stocker, Maria Renner-Hochkönig, Kammerobmann Peter Kettner, Direktorin Maria Reissner, Landesbäuerin Viktoria Brandner, LGE-Aufsichtsrat Andreas Radlingmaier. Foto: Ennstaler

Internationaler Tag der Milch: Kammer spricht pauschalen Dank an Landwirte aus und hebt die Bedeutung der Kaufentscheidung für regionale Produkte hervor.

Umringt von Weideflächen und eingebettet in eine malerische Landschaft liegt die landwirtschaftliche Fachschule Gröbming. Während die Kühe von Alfred Gruber die frühsommerlichen Sonnenstrahlen genossen, rückten Vertreter der Landwirtschaftskammer anlässlich des Internationalen Tages der Milch am 1. Juni die regionale Lebensmittelproduktion in den Fokus. „Die natürlichen Ressourcen und die vielfältige Biodiversität des Enns­tals bilden die Grundlage für die regionale Landwirtschaft. Die Bewirtschaftung erfordert von den bäuerlichen Familien allerdings auch hohen Arbeitseinsatz“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Landgenossenschaft Enns­tal, Andreas Radlingmaier. Umso mehr wisse man die tagtägliche Versorgung der Bäuerinnen und Bauern mit dem Rohstoff Milch zu schätzen.

Es sei eine Frage der Wertigkeit, sagte die Direktorin der Fachschule Gröbming, Maria Reiss­ner, zu welchem Produkt man am Ende greife. Aus gesundheitlicher Sicht müsse jedem Menschen etwas daran liegen, regionale Qualitätsprodukte zu kaufen. Da dürfe der Preis nicht der entscheidende Faktor sein.

Im von Grünland geprägten Bezirk Liezen gibt es derzeit rund 600 Milchbetriebe. Als Zeichen der Wertschätzung gegenüber den Landwirten wolle man auf ihren wichtigen Beitrag hinweisen, sagte Kammerobmann Peter Kettner: „Neben der Erzeugung vom qualitativ hochwertigen Grundnahrungsmittel Milch erhalten unsere Bauern die Kulturlandschaft.“ In den letzten 20 Jahren hat sich Struktur in der Milchproduktion stark konzentriert. Gab es um die Jahrtausendwende in Österreich noch rund 60.000 Milchbetriebe, sind es heute nur mehr 23.000. Während knapp zwei Drittel der Bauern ihre Produktion umgestellt oder ihren Betrieb aufgeben haben, stieg gleichzeitig die Milchmenge von 2,5 Millionen auf 3,5 Millionen Tonnen Milch. Die Zahlen zeigen, wie sehr die Branche unter Druck geraten ist. Steigende laufende Kosten und hohe Investitionen stehen stagnierenden Lebensmittelpreisen gegenüber, denn der globale Marktdruck zwingt den Bauern die Preise auf.

Billig-Lebensmitteln, welche tausende Kilometer hinter sich haben, liegen andere Produktionsvoraussetzungen sowie soziale und ökologische Standards zugrunde. In der Kalkulation würden jedoch die Umweltkosten vollkommen ignoriert, meint Maria Renner-Hochkönig von der Fachschule Gröbming. Ansonsten könnten beispielsweise Weintrauben aus Indien nicht um den selben Preis wie österreichische Ware angeboten werden. Umso wichtiger seien sensibilisierte Konsumenten, die mit Hintergrundwissen und geschärftem Bewusstsein ins Regal greifen.

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