Lockerung des Besuchsverbots in Sozialeinrichtungen

Videotelefonieren als Alternative zu persönlichen Besuchen Foto: o.K.

Seit Anfang dieser Woche können die Bewohner in den Sozialeinrichtungen wieder besucht werden. Allerdings in eingeschränkter Form und unter Berücksichtigung geänderter Rahmenbedingungen. SeneCura Schladming wählt die direkte Kontaktmöglichkeit über einen geschützten Plexiglasbereich.

Ältere und kranke Menschen zählen zu den am höchsten gefährdeten Menschen des Coronavirus, daher sind die sozialen Einrichtungen nach wie vor besonders gefordert. Durch frühzeitiges Handeln und drastische Maßnahmen konnten die Infektionen in Pflegeeinrichtungen in Österreich – anders als in anderen Ländern – bis dato vergleichsweise gut unter Kontrolle gehalten werden. Mitte März wurde ein allgemeines Besuchs- und Ausgehverbot ausgerufen. Zusätzlich wurden Vorbereitungen für einen Ernstfall getroffen. „Zur Sicherheit unserer Bewohner haben wir einen Stufenplan entwickelt. Hier sind unsere Abläufe und Verhaltensregeln genau definiert. Bis jetzt hatten wir keinen Fall von COVID-19 in unserem Haus, nicht zuletzt aufgrund der sorgfältigen und strikten Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen“, sagt Ewald Gallob, Leiter des SeneCura Sozialzentrums in Schladming. Diese drastischen Maßnahmen waren für einige Bewohner eine große Umstellung: „Manche unserer Klienten bekommen täglich Besuch. Umso härter hat sie das Besuchsverbot getroffen.“ Man habe sich sofort um Alternativen der Distanzkommunikation bemüht, um die Zeit der Abstandhaltung leichter zu überbrücken. Gerade dementen Menschen sei es schwierig zu erklären, dass sie nicht von ihren Liebsten vergessen worden sind. Von Beginn an wurde Videotelefonie angeboten und auch rege genutzt. Für noch näheren Kontakt bot sich die Glasfront des Gebäudes an: Sie ermöglichte Augenkontakt, während sich Bewohner und Besucher mittels Telefon unterhielten.

Gesunde Psyche ist genauso wichtig

Das gesetzlich angeordnete Ausgehverbot verbietet ein freies Bewegen abseits des Geländes und macht vielen schwer zu schaffen. „Unser Team ist immer bemüht, den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Wir dürfen die psychosoziale Gesundheit keinesfalls vernachlässigen. Deshalb haben wir unter anderen die Kapazitäten der Seniorenanimation verdoppelt und seit Anfang April vier zusätzliche Zivildiener im Einsatz“, so Ewald Gallob. Die Lockerung der Besuchsregelungen bedeutet zwar keine Aufhebung der Richtlinien aber dennoch eine Erleichterung. Seit Anfang dieser Woche haben die Angehörigen und Bewohner wieder die Möglichkeit, auch ohne Telefon oder Tablet zu kommunizieren, denn es wurde im Foyer eine Plexiglasscheibe aufgebaut. „Wenn auch etwas eingeschränkt, ist diese Maßnahme wieder ein kleiner Schritt in Richtung Normalität“, meint der Pflegeheimleiter. Gegen Voranmeldung können sich Angehörige für dreißig minütige Besuchseinheiten anmelden. Dieses Angebot werde sehr gut angenommen, denn die Termine seien für die nächsten zwei Wochen komplett ausgebucht, so Gallob.