Liste Schladming: Mehr Wert statt mehr Masse

Hermann Trinker, Spitzenkandidat der Liste Schladming Neu, spricht sich klar gegen Buy-to-let Modelle aus. Foto: Shooting Star

In der strittigen Zweitwohnsitzdebatte bezieht die Liste Schladming Stellung. Sie will nachhaltigen Tourismus als Lebensgrundlage bewahren und optimieren. Jede Investition in den Tourismus müsse auch den Einheimischen dienen, wie Hermann Trinker sagt, der bei den Buy-to-let-Modellen die Bremse ziehen will.

„Menschen brauchen Orientierung und die Gemeinde muss Vorbild sein“, so Hermann Trinker. Der Chef der Liste Schladming fordert eine Bürgerfragestunde vor jeder Gemeinderatssitzung, Wohnungen für Einheimische, den Erhalt der Talbachklamm, eine transparente Planung der Hauptplatzsanierung, eine Schulsanierung, die Aufarbeitung der Zweitwohnsitze und ein Aus für Buy-to-let-Modelle. Trinker ist überzeugt, dass eine umweltverträgliche Weiterentwicklung der Tourismuswirtschaft durchaus möglich ist, wie er betont: „Wir streben kein ‚Mehr an Menge‘, sondern ein ‚Mehr an Wert‘ an, denn Stillstand ist keine Option.“ Diese Weiterentwicklung sollen jedoch nicht Immobilienhaie, sondern Touristiker und die Bevölkerung selbst lenken. Verärgert zeigt sich Trinker vor allem über die Buy-to-let-Modelle, die „schamlos in Wohngebieten errichtet werden, da es Bebauungspläne und Gesetze zulassen. Eine Lawine, die nur schwer zu bremsen ist und katastrophale Auswirkung hat.“ Er will das Problem an der Wurzel anpacken, eine Gesetzesänderung für Bauträger und Betreiber anstreben und beide in die Pflicht nehmen: Es soll keine Auflösung geben, dafür Rücklagen für Sanierungen. Auch die Betreiber will Trinker verpflichten, Rücklagen für Renovierungen zu bilden und so Geisterdörfer verhindern, lautet ein Auszug einer Pressemitteilung.

Neben der touristischen Weiterentwicklung hat die Liste Schladming einen Fokus auf das Thema Gesundheit gelegt. Trinker fordert den Ausbau der mobilen Pflege durch die Bruderlade. Diese Organisation würde viele Bereiche exzellent abdecken und gebe Menschen die Möglichkeit, Pflege und Service zu Hause in Anspruch nehmen zu können. Beim Bau neuer Pflegeheime befürwortet Trinker den Sozialhilfeverband als Träger, da Gemeinden nicht nur mitzahlen, sondern auch Mitsprache haben würden. Die Hospiz- und Palliativversorgung sei bereits sehr gut gegeben, könnte jedoch trotzdem noch weiter ausgebaut werden. Wichtig sei auch „der Erhalt des Helikopter-Landeplatzes und damit zusammenhängend den Notarztstandort langfristig abzusichern“, so Trinker.