Liezens Primärversorgungszentrum wurde eröffnet

Auf 390 m² erstreckt sich Liezens neues Primärversorungszentrum. Die Investitionskosten betragen rund 700.000 Euro. Foto: Thomas Sattler

Erweiterte Öffnungszeiten und größeres Leistungsangebot.

Vergangenen Freitag wurde das neue Primärversorgungszentrum im Herzen von Liezen feierlich seiner Bestimmung übergeben. Die neue Gesundheitseinrichtung ist eine Weiterentwicklung des Ärztezentrums und befindet sich am selben Standort.

„Vor sechzehn Jahren ist aus Liezens einstigem Einkaufszentrum, dem Pyhrnpark, das Ärztezentrum entstanden. Heute stehen wir hier am selben Ort, um einen weiteren Meilenstein in Liezens Geschichte zu setzen“, so Bürgermeisterin Roswitha Glashüttner bei den Eröffnungsfeierlichkeiten. Steiermarkweit ist es das bereits 12. Primärversorgungszentrum und ein Unikum, wie Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß betont: „Gerade dort, wo wir es nicht schaffen, Kassenstellen zu besetzen, werden Primärversorgungszentren realisiert. Doch Liezen hat dieses Problem nicht und hatte es auch nie.“ Weshalb die Bezirkshauptstadt nun trotzdem über eine derartige Einrichtung verfügt, ist nicht zuletzt dem Engagement dreier ortsansässiger Ärzte zu verdanken.

„Packen wir‘s noch mal an“

„Der Beruf des niedergelassenen Arztes verlor immer mehr an Attraktivität und wir begannen uns Sorgen über die medizinische ­Versorgungssicherheit der Bezirkshauptstadt zu machen“, sagt Dr. Rüdiger Altenaichinger. Wie seine Kollegen Dr. Gerhard Kummer und Dr. Franz Kotzent war auch er federführend in der Realisierung des einstigen Ärztezentrums und des neuen Primärversorgungszentrums. „Auch dieses Mal wollten wir ein Vorzeigeprojekt umsetzen, das die Versorgung der Stadt auf den neuesten Stand bringen und das Angebot vergrößern sollte. Also, packten wir‘s noch mal an“, so Kummer. Ein großes Vorhaben, das durchaus gelungen ist: Auf 390 m² erstrecken sich nun die Gruppenpraxis der drei praktischen Ärzte, ein gemeinsamer An- und Abmeldebereich, wie ein gemeinsames Wartezimmer und ein Akutlabor.

Ein breites Angebot

Neben der umfassenden hausärztlichen Versorgung samt Lotsenfunktion profitieren Patienten von einer erweiterten Chronikerversorgung und therapeutischen Leistungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Versorgung von Diabetes, professionellem Wundmanagement und Geriatrie. Angebote zur Förderung von Gesundheit und Krankheitsprävention vervollständigen den Versorgungsauftrag. Auch die Öffnungszeiten wurden ausgedehnt: Durch die Patientenbetreuung von Montag bis Samstag und die Optimierung von Arbeitsabläufen sollen künftig kürzere Wartezeiten erzielt werden. „Trotz der vielen Synergien ist es mir wichtig zu sagen, dass wir keine Spitalsambulanz sind. Jeder Patient kann weiterhin zu seinem Hausarzt gehen und hat darüber hinaus die Möglichkeit, auch die Vorzüge der anderen Ärzte zu genießen“, so Altenaichinger.

Sozialer Aspekt in schwierigen Zeiten

„Die Eröffnung des neuen Primärversorgungszentrums in Liezen ist ein wunderbares medizinisches Zeichen“, sagt Soziallandesrätin Doris Kampus und betont: „Doch in Zeiten wie diesen sollten wir den sozialen Aspekt nicht unterschätzen. Ich möchte ganz bewusst Menschen erwähnen, die von Corona besonders betroffen sind. Umso wichtiger, dass sie dieses Zentrum haben und Ärzte, die dafür kämpfen, dass Menschen vor Ort Hilfe bekommen. Wir unterstützen dieses Projekt gerne. Doch ohne das Engagement dieser drei Ärzte, ihrem Team und der Gemeinde hätte dieses Geld nichts bewirkt. Wenn es steiermarkweit mehr Menschen wie sie gibt, mache ich mir über die Zukunft dieses Landes keine Sorgen.“

53 Maßnahmen für die Innenstadt

Für Bürgermeisterin Roswitha Glashüttner ist die neue Einrichtung ein weiterer Schritt zur Steigerung der Lebensqualität: „Mit unserem Masterplan haben wir 53 konkrete Maßnahmen für unsere Innenstadt erarbeitet. Nun ist auch die Umsetzung des lange geplanten Primärversorgungszentrums gesichert – ein weiterer wichtiger Schritt zur Steigerung der medizinischen Versorgungsqualität, womit auch die Lebensqualität der Bevölkerung erhöht wird und neue Arbeitsplätze geschaffen werden.“ Ab sofort wird das Team durch drei dipl. Gesundheits- und Krankenpfleger, zwei Physiotherapeutinnen, eine Diätassistentin und eine Demenzberaterin erweitert.