Liezen: Inklusives Wohnprojekt

Anna Rieder, Präsidentin von Jugend am Werk, Liezens Bürgermeisterin Roswitha Glashüttner, LAbg. Michaela Grubesa und Walter Ferk, Geschäftsführer von Jugend am Werk (v.l.), präsentierten das behindertengerechte Wohnprojekt in Liezen.

Es sind gute Neuigkeiten für all jene Menschen mit Behinderung, die sich nach einer eigenen Wohnung sehnen: In Liezen investieren das Land Steiermark und die EU über zwei Millionen Euro in ein inklusives Wohnprojekt. Der Baustart ist für Jänner 2020 geplant.
Vor 70 Jahren gegründet, bietet Jugend am Werk ein breitgefächertes Leistungsangebot, das auch auf individuelle Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung abgestimmt ist. Steiermarkweit existieren 109 Einrichtungen, in denen 1100 Mitarbeiter tätig sind, was Jugend am Werk landesweit zu einer der größten Organisationen dieser Branche macht. Auch in Liezen ist der gemeinnützige Verein tätig und erweitert nun sein Angebot. Direkt an der Hauptstraße, im Zentrum von Liezen, befindet sich das Gebäude, welches von Jugend am Werk erworben und in dem acht Wohnungen, eine Begegnungszone und ein kleines Café entstehen sollen. Der Standort sei ganz bewusst gewählt, so Anna Rieder, Präsidentin von Jugend am Werk Steiermark: „Dieses Projekt kommt unserem Streben nach Inklusion nach und ermöglicht unseren Klientinnen und Klienten ein Wohnen mitten in der Stadt.“
Bei der Standortsuche wurde Jugend am Werk von der Stadtgemeinde Liezen unterstützt, denn „so können wir es den Menschen ermöglichen, all ihre Wege durch die Stadt zu Fuß zu tätigen“, betonte Bürgermeisterin Roswitha Glashüttner die gute Lage des künftigen Wohnhauses. Laut Landesgeschäftsführer Walter Ferk befinde man sich derzeit in der Ausschreibungsphase; 2021 sollen die Wohnungen bereits fertig gestellt sein, die voraussichtlich vier alleinstehenden Menschen und vier Paaren zur Verfügung stehen werden. Der Bedarf sei im Bezirk Liezen jedenfalls gegeben. Mehr noch als in anderen steirischen Bezirken, weiß Walter Ferk, der in diesem Gebäude das vollzeitbetreute Wohnen fokussieren will. Jene Menschen, die ab Fertigstellung die Wohnungen beziehen werden, werden auch als selbstständige Mieter fungieren. Mietkosten werden von ihnen jedoch nicht zu tragen sein, lediglich Betriebskosten. „Um die anfallenden Betriebskosten zurückerstatten zu können, wird es ein dementsprechendes Modell geben“, sagte Landtagsabgeordnete Michaela Grubesa, die in Vertretung von Landesrätin Doris Kampus bei der Projektvorstellung anwesend war.