Liezen: Covid-19 trifft Innenstadtgestaltung

Die Umgestaltung des Hauptplatzes sieht unter anderem Zonen für Gastronomie und Begegnung vor.

In Liezen soll der Hauptplatz neu gestaltet werden. Wann dieser Plan jedoch umgesetzt werden kann, ist derzeit ungewiss, da Covid-19 massive finanzielle Auswirkungen auf alle steirischen Gemeinden hat.
„Corona hat die finanzielle Situation der Gemeinden stark verändert“, sagt Roswitha Glashüttner, Bürgermeisterin der Stadt Liezen. Diese finanziellen Einbußen haben auch Auswirkung auf die Innenstadtgestaltung. Im Herbst des Vorjahres wurde die Neugestaltung des Hauptplatzes im Zuge einer Bürgerversammlung präsentiert. „An diesen Plänen halten wir natürlich fest und jedem ist die Notwendigkeit dieses Schrittes bewusst, doch erst einmal müssen wir abwarten, wie sich die Lage rund um Corona weiterentwickelt und wie hoch unser Budget für dieses Vorhaben sein wird“, so Glashüttner, denn für das Großprojekt waren 7,5 Millionen Euro eingeplant. Derzeit wird umgesetzt, was im Bereich des Möglichen liegt. So wie die Machbarkeitsstudie für die geplante Tiefgarage, die den Hauptplatz von parkenden Autos befreien soll. „Die Machbarkeitsstudie wurde bereits beauftragt. Auf ihren Ergebnissen werden eine realistische Kostenschätzung und die weitere Planung beruhen“, sagt die Bürgermeisterin. Denn Zufahrt und Größe der Tiefgarage sind derzeit noch nicht festgelegt, doch gerade Ein- und Ausfahrten sind Faktoren, die sich auch auf die Oberflächengestaltung auswirken. Wie viele Parkplätze am Hauptplatz erhalten bleiben, soll ebenso der Studie entnommen werden, denn gerade dieses Thema sorgte für Zündstoff während besagter Bürgerversammlung im Herbst. Damals ging aus den Wortmeldungen hervor, dass sich zwar ein Großteil der Einwohner eine komplett autofreie Zone wünscht, manche Geschäftstreibende an den Parkplätzen jedoch festhalten. „Es wird immer eine Kompromisslösung sein. Wir verlassen uns dabei auf die Expertise der Verkehrsplaner“, so Glashüttner, die darauf hinweist, dass es trotz Tiefgarage weiterhin Ladezonen sowie Behinderten- und Kurzparkplätze für schnelle Erledigungen geben werde.
Wie viele sei derzeit ebenfalls noch unklar. Völlig unangetastet sollen jedoch die Parkplätze am Marktplatz bleiben. Sie würden den Patienten der dort ansässigen Ärzte zur Verfügung stehen, betont Liezens Bürgermeisterin. Kann der Hauptplatz in dem geplanten Ausmaß neu gestaltet werden, wird auf dem Marktplatz allerdings kein Bauernmarkt mehr stattfinden. Dieser wird dann in die geplante Eventzone übersiedeln. Einer von mehreren Bereichen, in die der Hauptplatz künftig unterteilt werden soll. Neben dem Areal für Veranstaltungen wird es ebenso bestimmte Zonen für Gastronomie, Übergänge und Portale, Aufenthaltsbereiche mit fixer Möblierung, begrünte Flächen und einen Boulevard geben. „Standkonzept und Aufbau des Bauernmarktes lassen sich dadurch viel professioneller durchführen und das ohne Parkplätze zu verstellen“, so Glashüttner.
ÖGK-Ambulatorium in den Startlöchern
Auch wenn die Neugestaltung des Hauptplatzes wohl noch etwas auf sich warten lassen muss, kommt nun Bewegung in die Umsetzung des ÖGK-Ambulatoriums. Die Bauverhandlung war zwar für Mitte April anberaumt, musste jedoch aufgrund von Corona auf Ende Mai verschoben werden. „Das war der ehest mögliche Termin“, sagt Herbert Waldeck, Leiter für Baurecht und Raumordnung der Stadtgemeinde Liezen. Nach positivem Bewilligungsbescheid wolle man so rasch wie möglich mit dem Bau beginnen, heißt es auch von Seiten des Bauträgers, der Wohnbaugruppe Ennstal. Entstehen sollen Ambulatorium und ÖGK-Außenstelle auf dem einstigen Kastner&Öhler-Areal neben der Arkade. In den Stockwerken darüber werden Wohnungen errichtet.
Bevölkerung einbinden
So wie beim Innenstadtprojekt will man in Liezen seine Bürger auch beim Thema Radverkehr einbinden. „Im Rahmen der Radverkehrsstrategie 2025 des Landes Steiermark haben wir ein Projektteam gegründet, das sich seither um das Radfahrkonzept in Liezen kümmert“, sagt Roswitha Glashüttner, die auf einen Bürgerbefragungsbogen in den nächsten Stadtnachrichten hinweist: „Wir wünschen uns ein Feedback über die Benutzung des Fahrrads für Alltagsfahrten, wie den Weg zum Büro oder zum Einkaufen. Ist es eine willkommene Alternative zu anderen Verkehrsmitteln oder nicht? Und falls nein, was braucht es, um eine zu werden?“ Oft seien es nur Kleinigkeiten wie eine zusätzliche Bodenmarkierung, die eine innerstädtische Radroute besser sichtbar und somit für die Benutzung attraktiver mache, so die Bürgermeisterin. Auch zusätzliche Radabstellanlagen seien geplant. „Ursprünglich wollten wir den Ökotag am 3. Juli für die Befragung der Bevölkerung nutzen. Dazu wäre eine eigene Planungswerkstatt vorgesehen gewesen. Doch aufgrund von Corona mussten wir ein anderes Format finden und hoffen nun trotzdem auf viele Rückmeldungen durch die Fragebögen“, sagt Glashüttner.