Lebensmittelversorgung: Helfende Hände gesucht

Die neue Plattform zur Arbeitskräftevermittlung in heimische Landwirtschaftsbetriebe ist online. Von der Aussaat, über die Ernte bis hin zum Sortieren und Einpacken: gefragt sind viele Helfer.

Aufgrund der Grenzschließungen fehlen Arbeitskräfte in der Landwirtschaft. Helfer für Aussaat und Ernte, Fleischer und auch Mitarbeitende in Packstationen werden dringend gesucht, um die heimische Lebensmittelversorgung zu sichern. Nun ist die Verantwortung aller gefragt.
Damit die Lebensmittelversorgung sichergestellt bleibt, gehen die Arbeiten in der Landwirtschaft wie gewohnt weiter. Jedoch in erschwerter Weise. Denn aufgrund der politischen Maßnahmen gegen das Corona-Virus fehlen Arbeitskräfte aus Ländern wie etwa Rumänien, der Slowakei, Ungarn und aus Drittstaaten wie etwa der Ukraine. Laut Aussagen der Landwirtschaftskammer Österreich sind das pro Jahr durchschnittlich etwa 13.800 Beschäftigte. Die Folgen können drastisch sein, denn: Was heute nicht gesät wird, kann morgen nicht geerntet werden. Auf all jene, die heimische Betriebe unterstützen wollen, warten vielfältige Aufgaben: Beginnend bei der Aussaat und Ernte bis hin zum Sortieren, der Tierhaltung und Schlachtung – helfende Hände sind in allen Bereichen gefragt. Auch Schlachtbetriebe sind von den Corona-Maßnahmen betroffen und suchen händeringend nach Arbeitskräften, wie etwa geeignete Mitarbeiter aus der Gastronomie mit Kochausbildung.
Neue Plattform ist online
Da die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln auch weiterhin unbedingt sichergestellt werden muss, haben die Landwirtschaftskammer Steiermark und der Maschinenring in Abstimmung mit den Kammern anderer Bundesländer eine neue Online-Plattform zur Arbeitsvermittlung in landwirtschaftliche Betriebe auf die Beine gestellt. Unter www.stmk.lko.at können landwirtschaftliche Betriebe ab sofort ihren Arbeitskräftebedarf melden und auch nicht voll ausgelastete Mitarbeiter für andere Betriebe verfügbar machen. Ebenso dient die Plattform all jenen, die ihr Interesse an einer Mitarbeit bekanntgeben wollen.
Oberste Priorität
Neben Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher, der mit der neuen Online-Plattform den Bäuerinnen und Bauern helfen will, Arbeitskräfte für saisonal notwendige Arbeiten zu finden, wie er sagt, meldet sich auch Agrarlandesrat Hans Seitinger zu Wort: „Die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln ist besonders in diesen krisenhaften Zeiten von enormer Bedeutung. Mit dieser Online-Jobbörse wird eine neue und effiziente Möglichkeit geschaffen, um den großen Arbeitskräftebedarf im landwirtschaftlichen Bereich sowie in verschiedenen Unternehmungen, die landwirtschaftliche Produkte veredeln und in denen Schlüsselarbeitskräfte fehlen, zu decken. Ich danke dem Maschinenring, der seine große Erfahrung in der Personalbereitstellung einbringt und der Landwirtschaftskammer, die künftig diese Personalorganisation in Zusammenarbeit mit dem Maschinenring übernehmen wird.“
Verein liefert Infos
Auch der Verein „Land schafft Leben“ hat die Initiative ergriffen und ruft körperlich fitte Menschen, die derzeit keiner beruflichen Beschäftigung nachgehen, Studentinnen und Studenten, Beschäftigte in Kurzarbeit und andere Interessierte auf, heimische Betriebe zu unterstützen. „Die österreichische Bevölkerung muss zusammenhalten und gemeinsam die Lebensmittelversorgung sichern“, heißt es in einer Presseaussendung von „Land schafft Leben“. Die Arbeiten umfassen vielfältige Aufgaben. Interessierte Helfer können sich jederzeit unter post@landschafftleben.at melden und werden umgehend mit allen wichtigen Informationen versorgt.
Herausforderungen meistern
Zum Thema Lebensmittelversorgung und deren Sicherstellung meldet sich auch der heimische Lebensmittelproduzent Ennstal-Milch zu Wort: „Es wurden alle Vorkehrungen getroffen, die im Einflussbereich der Ennstal-Milch liegen, um die großen Herausforderungen dieser Krise zu meistern. All das ist nur mithilfe starker Partner und Lieferanten, der Ennstaler Bäuerinnen und Bauern, und der großartigen Arbeit der Ennstal-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglich“, heißt es in einer Pressemitteilung. Ziel und Aufgabe des Unternehmens werde auch in den kommenden Wochen und Monaten sein, die Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln zu versorgen, kommuniziert Ennstal-Milch.