Kein Buy-to-let in Aigen

Gemischte Gefühle löst das Bauprojekt am Areal der ehemaligen Berufsschule in Aigen aus. Foto: Hohensinn Architektur, Nonstandard

Bei der am Mittwoch stattgefundenen Bürgerinformation zum Projekt „Wohnen am See“  in Aigen im Ennstal standen Projekt- sowie Gemeindeverantwortliche Rede und Antwort.

Wie berichtet sollen auf der Liegenschaft der ehemaligen Berufsschule in Aigen Starterwohnungen, Eigentumswohnungen sowie Zweitwohnsitze und Ferienwohnungen entstehen. Im ersten Bauabschnitt entstehen im Altbestand 50 Wohnungen sowie zwei Gebäude mit 24 und 20 Wohnungen. Phase zwei umfasst drei Neubauten mit jeweils 20 Wohnungen. Von den 154 Einheiten werden 50 Prozent einer Zweitwohnsitznutzung zugeführt. Die gesamten Parkplätze befinden sich unterirdisch in einer Tiefgarage.

Das gesamte Projekt wurde am 10. August 2021 bei der Gemeinde eingebracht und liegt derzeit zur Vorprüfung auf. Erst nach einer positiven Begutachtung, wenn alle rechtlichen Vorgaben nach dem steirischen Baugesetz erfüllt sind, wird dem Bauwerber eine Bewilligung erteilt. Einige Bürger orteten jedoch, dass der geplante Wohnkomplex ohnehin schon beschlossene Sache sei.

Ökologie und
Landschaftsbild

Wortmeldungen und Fragen sowie kritische Stimmen betrafen vorrangig Bodenversiegelung, Ressourcen für Wasser und Abwasser, das Landschaftsbild sowie die geplanten Zweitwohnsitze. Auch Alexander Dornbusch, Anrainer und GefA-Fraktionsführer, wollte konkrete Zahlen am Tisch was die Verbauung betrifft. Architekt Karlheinz Boiger erklärte: Der Versiegelungsgrad des bestehenden Gebäudes beträgt 0,21, das zukünftige Projekt weist einen Versiegelungsgrad von 0,31 aus. Dies bedeutet, dass das Großprojekt 70 Prozent Grünbereich und 30 Prozent Bebauung aufweist. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung ist nicht notwendig, so der Rechtsberater der Gemeinde, Clemens Strauss. FPÖ-Landtagabgeordneter Albert Royer konfrontierte die Verantwortlichen über eine angeblich erst kürzlich stattgefundene Erhöhung der Bebauungsdichte, um das Projekt realisieren zu können. Die Veränderung dieser wurde jedoch bereits 2014 durchgeführt, erklärten die Gemeindeverantwortlichen.

Abwasserkapazitäten gegeben

Zu den unliebsamen Buy-to-let-Modellen bekräftigte Bauherr und Wiga-Geschäftsführer Jörg Martin Wiehn, dass am Grundstück keine Buy-to-let-Modelle entstehen werden. Bezüglich Wasser und Abwasser hat die Gemeinde bereits Informationen eingeholt. Bürgermeister Walter Kanduth beruhigte, dass seitens der Wasserwerksgenossenschaft Aigen und der Kläranlage Wörschach/Aigen ausreichend Ressourcen zur Verfügung stehen würden.