Kaserne Aigen: Umfassende Sanierung bis 2028

Ein neues Sicherheitssystem bei der Wache und eine Kasernenumzäunung sind in Planung. Foto: Tritscher

Bis Ende 2028 wird die Kaserne Fiala-Fernbrugg einer Generalsanierung unterzogen. Auch zahlreiche neue Arbeitsplätze werden damit geschaffen.

Die Sanierung des Fliegerhorstes Aigen ist längst notwendig. Schritt für Schritt werden nun einige Baumaßnahmen bis Ende 2028 umgesetzt. Das Verteidigungsministerium nimmt dazu über 50 Millionen Euro in die Hand. Damit ist die Kaserne Fiala-Fernbrugg für die nächsten Jahrzehnte abgesichert. Das Infrastrukturpaket sieht dabei einerseits mehrere Gebäudesanierungen sowie Wegebauten und Neuerrichtungen vor. Zu den baulichen Maßnahmen gehören unter anderem eine Leichtmetallhalle zum Unterstellen der Kraftfahrzeuge, zusätzliche Gebäude für die Staffel, für den Flugsimulator sowie Räumlichkeiten für Personal und Technik. Auch eine technische Adaptierung der Flugpiste mit neuer Pistenbefeuerung für diverse Anflugverfahren ist im Plan. Der Bau des neuen Straßen- und Parkplatzsystems ist bereits weit fortgeschritten, die Hallensanierung erfolgt dann im Herbst, die Erneuerung der Gebäude wird in den kommenden Jahren sukzessive umgesetzt. In weiterer Folge werden auch die Küche sowie Unteroffiziersmesse vergrößert und erneuert. Im Hubschraubersystembereich kommt es ebenso zu einer Erweiterung. Auf rund 3500 Quadratmetern finden sich dann Wartungshallen, Werkstätten, Lagerräumlichkeiten und Büros. Der Sanierungsplan sieht auch ein neues Sicherheitssystem bei der Wache vor, ebenso wie eine adäquate Kasernenumzäunung. Innerhalb der Kaserne wird es außerdem einen eigenen erhöhten Sicherheitsbereich geben, in den nur wenige Mitarbeiter Zutritt haben werden. Dies einerseits zum Schutz eingebauter Geräte, welche sensible Daten enthalten, zum anderen wird hier auch die Bewaffnung untergebracht sein. „Durch die gute Vorarbeit der vergangenen drei Minister und den persönlichen Einsatz von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner für das Bundesheer ist es gelungen, die Kaserne Aigen für die kommenden Jahrzehnte – durch den Ankauf der neuen Hubschraubermodelle sowie die umfassende Sanierung – abzusichern“, freuen sich die Personalvertreter, die Vizeleutnants Heimo Maringer und Uwe Kammerlander. Auch hoffen die beiden, dass sich der neue steirische Landeshauptmann Christopher Drexler, genauso wie sein Vorgänger, für den Erhalt der Kaserne einsetzen wird.

Energieautark

Laut Vorgaben des Bundesministeriums soll der komplette Fliegerhorst künftig auch energieautark sein. Dabei setzt man auf erneuerbare Energie. Das Bundesheer rüstet sich österreichweit schrittweise für ein Blackout, um in diesen Fällen Schutz und Hilfe bieten zu können. Mit autarken Kasernen, moderner Ausrüstung und regelmäßigen Übungen sollen im Ernstfall die Einsatzorganisationen durch das Bundesheer bestmöglich versorgt und unterstützt werden. Ab 2025 gilt es für alle 100 Kasernen im Bereich Energie, Verpflegung, Wärme- und Treibstoffversorgung sowie der Wasser- und Sanitätsversorgung unabhängig von äußerlichen Einflüssen zu sein und sich selbstständig versorgen zu können.

Fachkräfte gesucht

Für den Bezirk Liezen bedeutet die Investition in den Fliegerhorst eine enorme Wertschöpfung. Derzeit verrichten 270 Mitarbeiter ihren Dienst in der Kaserne, bis 2030 sollen 400 Bedienstete am Standort tätig sein. Gesucht wird hochqualifiziertes Personal in den Bereichen Fliegertechnik sowie Logistik und Verwaltung. „Wir sind bereits jetzt laufend auf der Suche, mit einer Aufnahmeoffensive ist dann ab kommendem Jahr zu rechnen“, erklärt Kammerlander.

Ausbildung und Zukunft

Mitte Dezember wird der erste von zwölf Hubschraubern des Typs Leonardo AW169M in Aigen landen, 2023 folgen die weiteren. Die Wartung aller 18 Maschinen übernimmt das Hubschraubersystem Aigen. Was die Ausbildung betrifft, befinden sich die Piloten bereits auf Schulungen, die allesamt in Englisch abgehalten werden. Durch die Eigeninitiative der Kasernen-Bediensteten konnten fünf dieser Kurse direkt am Standort Aigen abgehalten werden. Für die Techniker startet die Weiterbildung, bestehend aus Theorie und Praxis, im August. Ein Teil der Kurse wird dabei direkt in Italien durchgeführt.

Überlegungen gäbe es auch, dass künftig die derzeit in Langenlebarn stationierten Hubschrauber Bell OH-58 durch zwölf Leonardo AW169M ersetzt werden. Die Basismaterialerhaltung soll auch bei Neuanschaffungen in der Kaserne Fiala-Fernbrugg in Aigen durchgeführt werden. „Das ist aber Zukunftsmusik“, betonen Maringer und Kammerlander. Ebenso wie das nächste „Schwergewicht“, welches es zu stemmen gäbe – die Fliegerabwehr: Diese soll bestmöglich materiell und personell gestärkt werden: „Genauso wichtig für die Zukunft ist auch, die Einführung eines leistungsstarken Nachfolgesystems für die Fliegerabwehr, denn die 3,5-cm-Fliegerabwehrkanone sowie das Waffensystem Mistral laufen in diesem Jahrzehnt aus“, erzählen die Vizeleutnants abschließend. Informationen zur Personal-Aufnahmeoffensive: uwe.kammerlander@bmlv.gv.at.