Kaserne Aigen: Ein langer Kampf geht zu Ende

Die Personalvertreter Günther Tafeit, Heimo Maringer und Uwe Kammerlander mit Verteidigungsministerin Klaudia Tanner. Foto: Tritscher

Nach langem Hoffen und Bangen ist es nun fix: Die Kaserne Fiala-Fernbrugg in Aigen wird mit zwölf neuen Hubschraubern ausgestattet. Das Verwaltungsübereinkommen mit Italien zur Beschaffung von insgesamt 18 Maschinen des Typs „Leonardo AW169M“ konnte unterzeichnet werden.

Eine gegenseitige Absichtserklärung, ein „Letter of Intent“, zu diesem „Government to Government“-Geschäft wurde zwar bereits im November unterschrieben, doch jetzt erfolgte mit dem Verwaltungsübereinkommen auf Regierungsebene auch die Konkretisierung des Vorhabens. Die jeweiligen Fachleute können nun den Beschaffungsvorgang auch umsetzen. „Das Bedeutende an diesem Verwaltungsübereinkommen mit Italien ist die Kooperation über den Bereich der Beschaffung hinaus. Damit meine ich zum Beispiel die Ausbildung, die Logistik, die Materialerhaltung und die Möglichkeit einer gemeinsamen Nutzung von Simulatoren“, erklärte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner. Die Freude bei den Vizeleutnants und Personalvertretern, Heimo Maringer und Uwe Kammerlander, ist groß: „In den vergangenen 16 Jahren wurden wir immer wieder durch politische Entscheidungen an den Start zurückgeworfen. Zwei Konstanten – Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Verteidigungsministerin Klaudia Tanner – haben uns ein sicheres Gefühl auch in bewegten Zeiten gegeben, sodass dieses 300-Millionen-Euro-Paket endlich umgesetzt wird.“ Die sei auch der ausgezeichneten Zusammenarbeit von Dienstgeberseite und Personalvertreterseite unter Günther Tafeit geschuldet, so Maringer und Kammerlander.

Der neue Mehrzweckhubschrauber

Bei den Leonardo-Modellen wird zwischen einer militärischen und zivilen Version unterschieden. In der Kaserne Aigen werden zwölf der 18 Hubschrauber stationiert – allesamt in militärischer Variante. Die ersten beiden Maschinen treffen bis Ende nächsten Jahres ein, mit 2023 soll dann die Alouette III endgültig in den „Ruhestand“ gehen. Die Leonardo AW169M hat ein maximales Abfluggewicht von 4800 Kilogramm, mit zweimal 1175 PS Leistung und 816 Kilometern Reichweite. Die Reisegeschwindigkeit beträgt 268 km/h. Außenlasten – sei es Wasser oder Material – von bis zu 1500 Kilogramm sind möglich. Zwei Crew-Mitglieder und zehn weitere Personen finden Platz im neuen Hubschrauber. Bereits jetzt werden die Techniker in englischer Sprache geschult. Im kommenden Jahr finden dann die Ausbildungen mit einem praktischen und einem theoretischen Teil in Italien mit Abschlussprüfung statt. Um für die Neuanschaffung der Leonardo aus technischer Sicht gerüstet zu sein, wurden bereits neue Mitarbeiter in der Kaserne Aigen aufgenommen, weitere sollen folgen. Die Umstrukturierungen betreffen jedoch auch andere Bereiche der Kaserne. Gesucht werden nicht nur Personen aus dem militärischen, sondern auch aus dem zivilen Bereich, die bei entsprechender Qualifikation in die Ausbildung einsteigen können. „Die Wertschöpfung in der Region wird dadurch wesentlich gesteigert“, so die Vizeleutnants. Die Kaserne Fiala-Fernbrugg ist künftig auch für die Wartung und Instandsetzung aller 18 Maschinen zuständig. Zusätzlich wird in zwei Simulatoren der neuesten Generation investiert. Für den Fall, dass ein Simulator nach Aigen kommt, wird diesbezüglich bereits die Infrastruktur vorbereitet. Die Stunden am Simulator können dann ebenso als tatsächliche Flugstunden der Piloten verbucht werden.

Kasernen-Sanierung

Um am Puls der Zeit zu sein, wird in der Kaserne Fiala-Fernbrugg kräftig investiert und einige bauliche Tätigkeiten umgesetzt. Neben der Erhöhung des Sicherheitsstandards – neuer Umzäunung – sind unter anderem weitere Hallen für die Hubschrauber-Wartung und neue Zufahrten in Planung. Die Investitionen bewegen sich dabei im zweistelligen Millionenbereich. Übrigens: Zu Redaktionsschluss wurde in der Kaserne Aigen die 193.000. Flugstunde auf der Alouette III absolviert.