Jugend am Werk eröffnet Produktionsschule

Die neue Produktionsschule ist im einstigen Bank-Austria-Gebäude untergebracht, wo 25 Jugendliche auf den Einstieg in das Berufsleben vorbereitet werden.

Am Standort in Liezen erweitert Jugend am Werk das bereits umfangreiche Angebot durch eine Produktionsschule. Dort können 25 Jugendliche auf den Einstieg in den Arbeitsmarkt vorbereitet werden.
Vor 70 Jahren gegründet, bietet Jugend am Werk ein breitgefächertes Leistungsangebot, das auf Menschen mit besonderen Bedürfnissen abgestimmt ist. Steiermarkweit existieren 109 Einrichtungen, in denen 1100 Mitarbeiter arbeiten, was Jugend am Werk landesweit zu einer der größten Organisationen dieser Branche macht. In Liezen sind es rund 120 Mitarbeiter, die jährlich zwischen 600 und 700 Personen begleiten und beraten. Mit Jänner wird das Angebot in der Bezirkshauptstadt durch eine Produktionsschule erweitert. In dieser erhalten arbeitslose und arbeitssuchende Jugendliche durch die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen, praktischem Arbeiten und begleitenden Fachunterricht eine berufspraktische Basis-Ausbildung und werden sozialpädagogisch betreut.
Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt
Als Standort hat man das einstige Bank-Austria-Gebäude direkt neben Liezens Ärztezentrum gewählt. 300 m² umfasst die Fläche, auf der künftig 25 Jugendliche auf ihren Einstieg in den Arbeitsmarkt vorbereitet werden. Wie dieser aussieht, ist von Fall zu Fall verschieden. Bei manchen fällt die Wahl auf eine Lehre, andere finden eine Arbeitsstelle oder entscheiden sich, eine weiterführende Schule zu besuchen. Bis es soweit ist, braucht es jedoch die dementsprechende Vorbereitung. „In einer ersten Phase durchlaufen die Jugendlichen die Berufsorientierung und die Berufsvorbereitung. Darauf folgen interne Praktika und anschließend Praktika in der freien Wirtschaft“, sagt die Leiterin von Jugend am Werk Liezen, Elfriede Aster. Wie erfolgreich diese Qualifizierungsmaßnahme ist, wird am Beispiel Leoben sichtbar. Dort betreibt Jugend am Werk eine Produktionsschule nach demselben Prinzip – und das seit mittlerweile zehn Jahren.  
Behindertengerechtes Wohnen
Neben der Produktionsschule bringt das nächste Jahr weitere Neuerungen. Im Frühherbst wird Jugend am Werk ein Wohnhaus am Standort Liezen eröffnen. Damit dieses Projekt realisiert werden kann, investieren das Land Steiermark und die EU ganze zwei Millionen Euro. Schon seit Monaten wird das Gebäude an der Hauptstraße umgebaut. Der Standort im Stadtzentrum wurde ganz bewusst gewählt. Künftige Bewohner können Wege zu Geschäften, Ärzten und Freizeiteinrichtungen zu Fuß bewältigen, was zusätzliche Flexibilität und Lebensqualität schafft. Der Bedarf an behindertengerechtem Wohnen ist in jedem Fall gegeben. In Liezen werden es vier Einzel- und vier Partnerwohnungen sein, die Menschen mit besonderen Bedürfnissen zur Verfügung gestellt werden.
Schulabschluss nachholen
Ein Alleinstellungsmerkmal besitzt Jugend am Werk durch ein Angebot, das sich an Menschen ohne Schulabschluss richtet. In einem Vorbereitungskurs, der zwischen sechs und zwölf Monate dauert, bereiten sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den Pflichtschulabschluss vor. Das Angebot ist kostenlos und richtet sich an Jugendliche und Erwachsene mit oder ohne Migrationshintergrund. Zusätzlich zur Prüfungsvorbereitung und Berufsbegleitung werden soziale Kompetenz, EDV- und Kommunikationsfähigkeiten geschult. In Liezen ist man vor rund fünf Jahren gestartet. Schon die Bilanz des ersten Kurses konnte sich sehen lassen: Aufgrund der erreichten Grundqualifizierung konnten sich acht der 14 Teilnehmer bereits vor der Endprüfung über eine fixe Lehrstellenzusage freuen.