Hilfsgüter in Kroatien angekommen

Die Spenden konnten an bedürftige Familien im Krisengebiet übergeben werden.

Mehrere Initiativen riefen kürzlich zur Hilfsaktion für Erdbebenopfer in Kroatien auf. Nun wurden die Spenden in die betroffenen Gebiete transportiert.
Bei der Privatinitiative des Vereins „Heimatverein Kroatien“ in Liezen formierten sich unzählige kroatische Bürger, die schon lange im Ennstal leben. Insgesamt neun Fahrzeuge starteten vor kurzem um drei Uhr früh Richtung Kroatien. Am Grenzübergang Slowenien/Kroatien wurden die Helfer bereits von der kroatischen Polizei erwartet und mit Polizeieskorte direkt in das Krisengebiet geleitet. Die in Österreich lebenden Kroaten aus Stainach und Irdning hatten einige private Adressen, die angefahren wurden. Weiters wurden die Spenden an vier Verteilstationen abgegeben. „Das Elend ist groß, aber die große Dankbarkeit war in den Gesichtern zu sehen. Wir haben nicht nur viele Sachen und Spenden gebracht, sondern auch ein bisschen Hoffnung und Mut machen können. Für uns war das ein Bedürfnis, rasch und gut zu helfen. Es war ein beeindruckendes und trauriges Erlebnis. Viele mussten in Zelten schlafen und sitzen rund ums Feuer, denn es ist bereits eine kalte, feuchte Witterung im Land eingezogen“, so Elisabeth und Harald Schuster, die seit Jahren in Kroatien ihren Urlaub verbringen. Gegen 17 Uhr verließen die Helfer wieder das Erdbebengebiet und traten die Heimreise an.
Spendengewicht: Fünf Tonnen
Wie geholfen werden kann, fragte sich auch Familie Bernat aus Gröbming, die sich nach einigen Überlegungen ebenfalls dazu entschlossen hat, eine kleine Spendenaktion zu organisieren. Aus einer übersichtlichen Spendeninitiative mit zunächst zwei geplanten Fahrzeugen wurde eine enns­talweite Kampagne. Innerhalb weniger Tage konnten Spenden mit einem Gewicht von rund fünf Tonnen gesammelt werden. Familie Bernat wurde schnell klar, dass diese Spendenaktion nicht mehr alleine bewältigt werden konnte und holte sich zahlreiche Unternehmen und Privatpersonen aus dem Ennstal ins Team. Am 9. Jänner um 4.30 Uhr machte sich das zwölfköpfige Team, bestehend aus Bekannten und Freunden der Familie, auf die Reise, um die Güter den Erdbebenopfern höchstpersönlich zu übergeben. Familie Bernat war die persönliche Übergabe ein großes Anliegen, um sicherzustellen, dass jene Menschen die Spenden bekommen, die diese wirklich benötigen. Nach 21 Stunden und 1100 zurückgelegten Kilometern kehrte das Team wohlbehalten ins Ennstal zurück.