Heimische Skigebiete fahren auf Sicht

Die Bedingungen sind derzeit perfekt: Leere Pisten und Top-Schneeverhältnisse. Foto: Riesneralm

Die Bedingungen sind für Skifahrer derzeit perfekt: Leere Pisten und beste Schneeverhältnisse. Wie lange die Seilbahnen den Betrieb aufrecht halten und in welchem Umfang hängt von künftigen Covid-Vorgaben ab. Bis Mitte Februar sei ein Skibetrieb jedenfalls sicher.
Für die kommenden Wochen haben sich die heimischen Skigebiete unterschiedliche Strategien zurechtgelegt. „Wir fahren uneingeschränkt weiter, alle Lifte sind in Betrieb“, sagt Riesneralm-Geschäftsführer Erwin Petz. Die Struktur sei sonst oft ein Nachteil, doch „jetzt kommt‘s uns zu Gute. Mit drei Liften können wir alle 32 Pistenkilometer abdecken, sogar den heuer neu ausgebauten Europacup-Hang.“ Freilich sei es wirtschaftlich eine Gratwanderung, die großen Kostentreiber, wie die Beschneiung, seien jedoch bereits vorbei. Die Besuchszahlen seien im Anbetracht der Umstände halbwegs zufriedenstellend. Das schreibt Petz dem umfassenden Angebot zu, denn „wenn im Gasthaus die Speisekarte fehlt, braucht man sich auch nicht wundern, dass die Gäste nichts mehr bestellen.“
Nicht der Schnee, sondern Corona ist das Problem
Auf der Planneralm kam in dieser Saison die neue Beschneiungsanlage erstmalig zum Einsatz „Ohne diese Investition hätten wir zu Weihnachten gar nicht öffnen können“, erzählt Geschäftsführer Gerhard Lackner, welcher sich für einen etwas anderen Fahrplan entschieden hat. Trotz einwandfreier Bedingungen sind bis zu den Semesterferien Ende Jänner die Lifte nur von Freitag bis Sonntag in Betrieb. „Erst in der ersten und zweiten Februarwoche geht‘s dann durch“, so Lackner. Wie es dann weitergehe hänge von den Beherbergungsbetrieben ab, denn „ohne Gäste wird‘s im März mühsam.“ Schließlich sei allein durch die 800 Betten auf der Planneralm für eine Grundauslastung gesorgt. Dabei sind die Donnersbacher schon katastrophenerfahren. In den Wintern 2005 und 2011 war das gesamte Gebiet aufgrund von Lawinengefahr gesperrt. „Heuer ist nicht der Schnee das Problem, sondern Corona“, wie Lackner abschließend bemerkt.
Zwischen katastrophal und verträglich
Derzeit sind auf der Tauplitzalm 13 von 17 Liften im Einsatz. Das soll auch bis Ende der Semesterferien so bleiben. Wirtschaftlich sei die heurige Corona-Saison zwischen „katastrophal schlimm und gerade noch verträglich“ zu verbuchen, sagt Bernhard Michelitsch. „Natürlich ist es deprimierend, wenn man bei diesen tollen Verhältnissen nur in etwa ein Drittel der Gäste hat, die normal da wären“, so Michelitsch. Dennoch freue man sich über das Vertrauen der Einheimischen, denn bei den Saisonkarten sei ein geringerer Rückgang zu verzeichnen gewesen.
Geteiltes Leid
Was den Betrieb der Lifte betrifft, sind sich der Hauser Kaibling, die Planai und die Reiteralm einig: Bis Ende der Semesterferien Mitte Februar bleibt auch hier der Betrieb aufrecht, danach wird neu bewertet. Aufgrund der hohen Nachfrage bei den Rodlern ist auch die Gipfelbahn auf der Hochwurzen täglich geöffnet. In den steirischen Semesterferien (6. bis 14. Februar) wird sogar die Skischaukel zwischen Hauser Kaibling und Planai wieder geöffnet. Bei den Umsatzeinbrüchen teilen sich die drei Berge ihr Leid. Die Seilbahnen haben zwischen 70 und 80 Prozent Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren zu verzeichnen. „Wir hoffen, dass die Hotellerie im März aufsperren darf, dann wäre ein Betrieb im März auch denkbar“, sagt Planai-Chef Georg Bliem. Ganz so optimistisch, dass die Hotellerie noch in dieser Saison öffnen darf, sieht es Klaus Hofstätter, Geschäftsführer vom Hauser Kaibling, nicht: „Die Hoffnung lebt, ich kann es mir aber nicht vorstellen.“ Es heiße jetzt den Schaden minimieren und eingrenzen.
Exklusiv für Tourengeher
Die Galsterbergalm hält es da ähnlich wie die Planneralm: Nur am Wochenende und in den Semesterferien durchgehend. Der Dachstein bleibt weiterhin zu. Die Fageralm ist derzeit zu, aber „wir arbeiten an einem Angebot speziell für Tourengeher“, berichtet Reiteralm-Geschäftsführer Daniel Berchthaller. Grundsätzlich habe man gelernt, noch flexibler und spontaner reagieren zu können. Ob neue Corona-Richtlinien, wie etwa der Zwei-Meter-Abstand, kommen werden und wie man damit umgehe, sei derzeit noch nicht sicher.