Harte Probe für die Kameradschaft

Die neue Einsatzzentrale wird im Oktober 2021 ihrer Bestimmung übergeben. Grafik: DI Uwe Lackner

Auch für die Feuerwehr war das abgelaufene Jahr ein herausforderndes. Heuer stehen der Spatenstich für die neue Einsatzzentrale an sowie die Neuwahl des Bereichsfeuerwehrkommandos.
Der Bereichsfeuerwehrverband Liezen hatte im vergangenen Jahr mit den Folgen des Coronavirus zu kämpfen. Die Einsatzstatistik der Feuerwehren ist ein Spiegelbild der vorwiegend durch die coronabedingten konjunkturellen Entwicklungen in Bezirk Liezen. Wurden im Jahr 2019 2976 Gesamteinsätze – davon 624 Brandeinsätze und 2352 technische Einsätze – verzeichnet, waren es im vergangenen Jahr 1968 Ausrückungen. Diese unterteilen sich in 473 Brand- und 1495 technische Einsätze, was einem Minus von 33,9 Prozent entspricht. Zwar konnten dringend notwendige und geplante Investitionen der 95 Feuerwehren des Bezirkes weitgehend umgesetzt werden, jedoch musste der Übungsbetrieb, das Bewerbswesen sowie die Leistungsprüfungen eingestellt werden. Auch ein Großteil der geplanten Veranstaltungen, welche einen wesentlichen Beitrag für Neu- und Ersatzbeschaffungen darstellen, mussten die Organisationen aufgrund der Corona-Maßnahmen absagen. Die Rüsthäuser sollten nur mehr für Einsatz- und Übungszwecke besucht werden, dadurch wurde auch die Kameradschaft hart auf die Probe gestellt. Glücklicherweise blieb der Bezirk Liezen von Naturkatastrophen und Großschadensereignissen im vergangenen Jahr weitgehend verschont. „Wir hoffen, dass im heurigen Jahr der Übungsbetrieb sowie die Leistungsbewerbe wieder stattfinden können. Die Wehrversammlungen haben wir bereits auf das zweite Quartal 2021 verschoben“, berichtet Bereichsfeuerwehrkommandant Heinz Hartl.
Hilfseinsatz für Kroatien
Zwei Tage vor dem Jahreswechsel ereignete sich in Kroatien ein schweres Erdbeben, bei dem sieben Menschen getötet und über 1000 Häuser massiv beschädigt oder zerstört wurden. In Zusammenarbeit von Innenministerium, Bundesheer und Feuerwehreinheiten aus Niederösterreich und der Steiermark konnte ein Transport von rund 80 Notunterkunfts-Containern organisiert werden, der von Graz aus in das Krisengebiet fuhr. Aus dem Bereich Liezen waren zwei Fahrzeuge mit vier Mann an diesem Einsatz beteiligt. Die FF Gröbming führte im zweiten Zug einen Transport zweier Wohncontainer durch. Die FF Irdning war mit einem Kommandofahrzeug als Führungsfahrzeug der steirischen Kräfte im Einsatz.
Neuwahl
Im Abstand von fünf Jahren werden im Feuerwehrwesen die Kommandanten bzw. das Bereichsfeuerwehrkommando gewählt. „Nachdem ich die Altersgrenze von 65 Jahre erreiche, sind Neuwahlen notwendig. Wichtig ist mir hier ein möglichst nahtloser und fließender Übergang“, erklärt Hartl. Sein Ziel ist ein einheitlicher Wahlvorschlag. Als Nachfolger schlägt er seinen derzeitigen Stellvertreter Reinhold Binder vor. Die Neuwahlen gehen mit 22. Oktober 2021 über die Bühne.
Neue Einsatzzentrale
Bereits im Frühjahr erfolgt der Spatenstich für die neue Einsatzzentrale in der östlichen Gewerbezone von Liezen. Da die Stadtgemeinde Liezen seit einigen Jahren auch für die Bergrettung geeignete Räumlichkeiten suchte, entstand die Möglichkeit einer gemeinsamen Projektumsetzung des Neubaus. Als Bauherr und Eigentümer des Gebäudes treten der Bereichsfeuerwehrverband sowie die Stadtgemeinde auf. Wert gelegt wurde bei der Planung vor allem auf hochfunktionelle Lösungen im Bereich des Krisen- und Katastrophenmanagements. Geschaffen werden im Außenbereich ausreichend Aufstellflächen für taktische und technische Einheiten im Falle von Großschadensereignissen. Eine unabhängige Notstromversorgung ist gegeben. Am 10. Dezember fand die Bauverhandlung statt, sodass nun die Ausschreibungen für die Gewerke und Bauarbeiten erfolgen können. Der Spatenstich soll im Frühjahr erfolgen, die Fertigstellung ist mit Oktober 2021 geplant.