Hahn „Martin“ schlug das Kaiserpaar

Hahn „Martin“ sicherte sich den ersten Platz. Fotos: Stefanie Sima/Narzissenfestverein

Das 64. Kapitel der Narzissenfest-Geschichte ist abgeschlossen: Ein Hahn verweist das Kaiserpaar auf den zweiten Platz, 20 Figuren und 15.000 Besucher, weniger vorgeschriebene Narzissenblüten und eine Klimaprotest-Aktion.

„Das Narzissenfest ist eine Freiluftveranstaltung und wir müssen uns damit abfinden, dass die Sonne einmal nicht scheint. Aber wir können damit umgehen“, kommentierte Narzissenfest-Obmann Rudi Grill am Krönungsabend den Wetterbericht. Normalerweise ist ein „Regenfest“ meistens von einem Budgetdefizit begleitet. Heuer scheint jedoch das Organisationskomitee mit dieser „Tradition“ gebrochen zu haben, denn mit rund 15.000 Besuchern, davon 10.000 mit Eintrittskarte, dürfte sich eine große, schwarze Null ausgehen. Die „Ein-Ort-Politik“ ist mit dem letzten Fest in Grundlsee nun einmal in allen Ausseerlandgemeinden durchgespielt worden und gibt den Veranstaltern recht: Die Transfer­kosten der Besucher hielten sich im Rahmen und die Verkehrsströme konnten viel besser geleitet werden. Was die Narzissen anbelangte, trat die medial breitgetretene „Nar­zissen­­not“ nicht ein, da – wie alle Jahre – die Blüte in den verschiedenen Höhenlagen von 700 bis 1200 Metern unterschiedlich einsetzte und so genügend Narzissen vorhanden waren. Die 20 Korsoteilnehmer durften sich jedoch über eine von der Jury herabgesetzte Narzissendichte freuen und es war ihnen somit erlaubt, auch andere Blüten zu einem höheren Prozentanteil als sonst zu verwenden.

Am Krönungsabend platzte das Ausseer Kur- und Congresshaus aus allen Nähten. Zwar standen die drei Hoheiten schon fest, die Reihenfolge legte jedoch erst das Publikum fest. Als Königin ging die 25-jährige Claudia Walkner aus Bad Aussee hervor. Ihr zur Seite stehen Leonie Krasnitzer (22) aus Seekirchen sowie Theresa Kaiser (22) aus Bad Goisern. Am Samstag meinte es das Wetter gar nicht gut mit den Organisatoren des Rahmenprogrammes. Doch der Dauerregen hielt weder die Volks­tanz­gruppe Altaussee davon ab, im Wirtshaus zur Blaa-Alm ihre traditionelle Tanzveranstaltung mit Ho­heiten­-Besuch abzuhalten, noch scheuten die Piloten der Oldtimer davor zurück, im strömenden Regen zu fahren. Nach einer Sternfahrt durch das Ausseerland wurden die zwei- und vierrädrigen Boliden von Moderator Christian Laubichler dem Publi­kum am Kurhausplatz vorgestellt.

Der Narzissenfestsonntag konnte schließlich mit etwas Sonne aufwarten. Die tiefliegenden Wolken rund um das Tote Gebirge gaben dem Grundlsee eine mystische Note, als die Wagen mit den Narzissenfiguren gegen sieben Uhr früh Aufstellung entlang der Straße ab der Seeklause bis Höhe Seepark nahmen. Die Besucher konnten mit den Schöpfern der Figuren plaudern und die Auftritte der Musikkapellen, der Hoheiten oder der Landes- und Kommunalpolitiker verfolgen. Gegen Mittag machten sich die Figuren auf zum Parkplatz ehem. „Gasthof Post“, wo sie auf ihre Schwimmkörper verladen wurden. Das Dampfschiff „Anna Plochl“ und die „MS Gößl“ machten den Anfang und so reihte sich bald ein Korso aller Teilnehmer mitsamt den Hoheiten und den „Alten Trachten“ beginnend bei der Villa Castiglioni auf, der dann langsam zurück zum Aus­gangspunkt zog. Nebenbei wollten Klima­aktivisten die Aufmerk­sam­keit der vielen Gäste für ihre Zwecke nutzen und machten mit Transparen­ten und mit einem Megaphon auf sich aufmerksam.

Letztendlich holte sich Hahn Martin vom Team Thomas Feldhammer und Franz Loitzl in der Kategorie „Neue Gestelle“ den Sieg und wurde auch für die schönste Ausführung ausgezeichnet. Das Kaiserpaar von Österreich, die Figur der Frühstückspension Josefinum, landete auf Platz zwei. Platz drei belegte der Ausseer Pleß von Benedikt Winkler und Freunden. In der Kategorie „Alte Gestelle“ punktete der Clown vor dem Kinderwagen und dem Seehund. Bei den Junioren landete Bertl, der Panda, auf dem ersten Platz. Die Nummer eins in der Kategorie für originelle Ideen ging an Schnecklock Holmes, gefolgt vom Grundlseer Kindergespenst.

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