„Haben uns verschrieben, inklusiv zu arbeiten“

Fünfzehn ausgrenzungsgefährdete Jugendliche durften eine Woche lang bei Billa plus in Liezen die Berufswelt im Lebensmittelhandel kennenlernen. Ergebnis: Die Hälfte der Teilnehmenden hat nun eine Lehrstelle.

Unsere Mitarbeitenden sind uns das Wichtigste, aber auch das am schwersten zu findende“, sagt Billa-Vertriebsdirektor Peter Gschiel. 4400 Menschen beschäftigt der Konzern allein in der Steiermark und im Südburgenland. Im Schnitt seien drei- bis vierhundert Stellengesuche offen. Besonders schwierig zu besetzen seien Jobs, die viel Verantwortung mit sich bringen, so Gschiel. Um neue Fachkräfte für den Konzern auszubilden, wolle man den Lehrlingsstand in diesem Jahr verdoppeln. Aktuell suchen Billa und Billa plus 180 Lehrlinge in der Steiermark und im südlichen Burgenland. Österreichweit soll sich die Zahl der Lehrlinge noch heuer auf 1000 erhöhen. Im Bezirk Liezen hat der Konzern kürzlich mit einem Pilotprojekt aufhorchen lassen: In der Billa plus-Filiale in Liezen wurde in Kooperation mit der NEBA (Netzwerk berufliche Assistenz der Lebenshilfe Ennstal) eine Inklusionswoche veranstaltet. Dabei konnten fünfzehn ausgrenzungsgefährdete Jugendliche in die Berufswelt des Lebensmittelhandels eintauchen. Für Filialleiterin Anja Wojahn „ein toller Erfolg“, wie sie sagt. „Die Teilnehmenden sind von der Lebenshilfe Ennstal ausgewählt worden. Uns war es wichtig, sie von der ersten Minute an gleich voll in unser Team zu integrieren“, sagt Projekt-
initiatorin Andrea Zelzer, Billa-Regionalleiterin Ennstal und Ausseerland. Jedem Jugendlichen wurde eine eigene Betreuungsperson aus dem Billa-Team zur Seite gestellt. Zusätzlich „haben wir gemeinsame Mittagessen organisiert, um den Austausch zu fördern“, so Zelzer. Um den Einstieg zu erleichtern, konnten die Jugendlichen selbst wählen, welche Abteilung sie als erstes kennenlernen möchten. Besonders beliebt seien Lager und Konditorei gewesen. Aber auch die Feinkost habe großes Interesse bei den Jugendlichen geweckt, wie Zelzer informiert.

 

50 Prozent-Quote

„Wir haben viel positives Feedback von den Jugendlichen bekommen“, lobt NEBA-Leiter Klaus Herzmaier das Projekt, denn „alle haben mitangepackt und gestrahlt. Somit wussten wir, dass wir am richtigen Weg sind.“ Das zeigt auch die Quote: Gleich 50 Prozent aller Teilnehmenden haben mit einer Lehrstellenzusage die Woche beendet. Einer der Teilnehmenden wird vorerst nur samstags mitarbeiten, um den Hauptschulabschluss nachzuholen und nächstes Jahr im Juli mit der Lehre beginnen. Für Billa ein Erfolg auf ganzer Linie, da man einerseits auf der Suche nach Mitarbeitenden sei und sich andererseits auch dazu verschrieben habe, inklusiv zu arbeiten, sagt Billa-Vertriebsdirektor Peter Gschiel: „Es schafft Leben im Markt.“

 

Erfolgreiches Pilotprojekt

Für den Konzern war dies das erste Mal, dass eine solche Inklusionswoche veranstaltet wurde. Warum man gerade Billa plus in Liezen als Projektmarkt ausgewählt hat, liege an der großen Sortimentsbreite, die „einen tiefen Einblick ermöglicht“, so Gschiel. Für Billa-Vertriebsleiter Bernd Lohmann war der große Erfolg des Projekts ausschlaggebend dafür, nun „auch in andere Regionen zu gehen“, wie er sagt. Somit könnte es schon bald eine nächste Inklusionswoche in der Steiermark geben, eventuell „in Leoben“, schickt Lohnmann voraus. Wie groß die Aufstiegschancen mit einer Lehre bei Billa sind, hebt Billa-Vetriebsdirektor Peter Gschiel hervor: „Wir brechen eine Lanze für die Lehre, mit der man bei Billa bis in die Chefetage eines international agierenden Unternehmens gelangen kann.“

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