Gut gemeint ist nicht gut gemacht

Foto: weingartner-foto/picturedesk.com

Neben zahlreichen anderen Maßnahmen zur Linderung der Inflation soll jetzt auch der Strompreisdeckel kommen. Dabei werden die ersten 2900 KWh (80 Prozent des Durchschnittsverbrauches) im Jahr vom Staat gestützt, der Energiepreis für diese Menge ist dann zehn Cent. Für alles, was darüber hinausgeht, gilt der Marktpreis, damit weiterhin ein Ansporn zum sparsamen Umgang mit Energie gegeben ist.

Eigentlich wollte man die förderbare Menge individuell je Haushalt am Vorjahresverbrauch bemessen, mangels ausreichender Daten hat man sich dann aber für die pauschale Regelung entschieden. Damit nimmt man in Kauf, dass viele Haushalte gar keinen Sparanreiz mehr haben. Im Extremfall in Niederösterreich, wo das Land wegen bevorstehender Wahlen nochmals elf Cent Förderung dazuzahlt. Das heißt, je verbrauchter Kilowattstunde bekommt der Niederösterreicher demnächst einen Cent geschenkt. Wer mehr Strom verbraucht, verdient also Geld, was ja beim besten Willen nicht ernst gemeint sein kann.

Gut gemeint ist eben oft das Gegenteil von gut gemacht. So einfach und gut umsetzbar die aktuelle Lösung ist, die Menge ist einfach zu hoch. Viel wirkungsvoller, billiger und sozial gerechter wäre es gewesen, zum Beispiel die ersten 1500 KWh komplett vom Staat zu bezahlen und alles andere zu Marktpreisen zu verrechnen. Das hätte armen Haushalten mehr geholfen und das wichtigste marktwirtschaftliche Signal, der Preis, hätte trotzdem seine volle Wirkung entfaltet und für den sparsamen Umgang mit Energie gesorgt.