Großes Finale der Alpentour des ÖAV Haus im Ennstal

Viele Freunde und Mitglieder des Alpenvereins Haus wanderten gemeinsam die letzten tausend Meter.

50 Tage, 50 Etappen, 50 Jahre Alpenverein Haus im Ennstal. Die Alpentour anlässlich des 50-jährigen Jubiläums fand nach tausend Kilometern und 60.000 Höhenmetern letzte Woche ihren Abschluss.

Am Anfang stand der Wunsch, anlässlich des 50-Jahre-Jubiläums des Alpenvereins Haus im Ennstal etwas Großes und Einzigartiges auf die Beine zu stellen. Die dazu von Heinz Leitner und Helmut Knaus präsentierte Idee schien fast unrealisierbar zu sein. Die Zahl 50 stand im Mittelpunkt der Überlegungen, nämlich an 50 Tagen zwischen 7. August und 25. September vom Mont Blanc bis zum Dachstein 50 Etappen zurückzulegen. Aber das unmöglich Erscheinende fand am 25. September mit der Schlussetappe vom Dachstein nach Haus im Ennstal ein glückliches Ende.

Monsterprojekt – Monsterstrecke – Monsterleistung

Der Mut, die Motivation und der Freundschaftsgedanke wurde von den 140 am Projekt beteiligten Personen vom ersten Tag an gelebt. Nichts und niemand konnte die Begeisterung während dieser 50 Tage stoppen. Andreas Fischbacher, Hermann Lettner, Klaus Gösweiner und Heinz Walcher bildeten das Mont-Blanc-Gipfelteam und waren die Ersten, die ihre Namen am symbolischen Zirbenholzbrett eingeschrieben haben. Die Zahl der eingetragenen Namen wuchs von Tag zu Tag weiter an, um schließlich nach rund 1000 km und 60.000 Höhenmeter am letzten Samstag die „Vollendung“ zu finden.

Empfang und Feier am Hauser Schlossplatz

Deutlich mehr als hundert Läuferinnen und Läufer legten die letzten 1000 Meter von der Hauser-Kaibling-Bahn zum Schlossplatz zurück, wo sie der hochverdiente Applaus der Zuschauer empfing. Bis zum Zieleinlauf überbrückte der Moderator Siegfried Steiner die Zeit noch mit interessanten Details aus der 50-jährigen Geschichte des Alpenvereins Haus, von der Gründung 1971 an bis heute. Im Mittelpunkt der Erläuterungen stand Alpin-Urgestein Walter Bastl, der aus kleinen Anfängen heraus den ÖAV zum größten Verein der Marktgemeinde führte und den Verein 50 Jahre lang leitete.

Jakobsweg-Parallele

Helmut Knaus, neben Heinz Leitner Hauptorganisator der „Alpentour 2021“, war es vorbehalten, das penibel geführte Tourenbuch mit den 50 täglichen Eintragungen an die 1. Vorsitzende des AV Haus, Gabi Wohlfahrter, zu übergeben. Sie war sichtlich gerührt, aber auch stolz auf ihre Mitglieder, als sie von einem „Meilenstein in der Geschichte des ÖAV Haus“ sprach. Nicht minder stolz war Bürgermeister Stefan Knapp, der es als „große Freude und Ehre“ bezeichnete, „Ortschef einer Gemeinde zu sein, deren Bürger dieses epochale und in Europa einzigartige Projekt auf die Beine gestellt haben“. Für ihn könnte es sogar ein nachhaltiges Zukunftsprojekt werden, ja sogar mit dem Jakobsweg vergleichbar.

Kleiner ökologischer Fußabdruck

Mit Pfarrer Andreas Lechner, selbst Bergsteiger und Bergrettungsmann, wäre wohl niemand Geeigneter, dem ÖAV Haus Gottes Segen zu erteilen und für den unfallfreien Verlauf zu danken. Lechner verglich die Alpentour mit einem Gang von Haus zu Haus, der schließlich nach 50 Tagen „in die Heimat Haus“ führte. Und diese „Heimat“ findet man auf keiner Landkarte, man findet sie nur im Herzen. Für ihn ist es besonders wichtig, dass die Tour „unter Bewahrung der Schöpfung mit dem geringst möglichen Fußabdruck“ erfolgte. Den offiziellen Schlusspunkt auf dem Schlossplatz setzte Heinz Leitner mit Dankesworten und mit dem Anzünden und Verbrennen des Zirbenholz-Scheites mit allen Namen, als symbolischen Akt der Beendigung eines großartigen Projekts. Der „Enns­taler“ schließt sich all den Gratulationen und Worten des Dankes mit dem Motto der Tour „Berg-Glück-Segen“ an.