Grabnerhof stellt Eigenproduktion auf neue Beine

Vorzeigeprojekt in der Tierhaltung: Im modernen Stallgebäude finden fast jeden dritten Tag Exkursionen statt.

Der Hofladen am Grabnerhof boomt. Verkauft werden vor allem Lebensmittel aus  eigener Herstellung, weshalb die Käse- und die Fleischproduktion erweitert und modernisiert  werden.

135 Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit die land- und forstwirtschaftliche Fachschule „Grabnerhof“. Und es werden stetig mehr. Bereits im Herbst wird die Schülerschaft 150 Jugendliche umfassen. Für Grabnerhof-Direktor Christian Forstner ist es Zeit, neue Kapazitäten zu schaffen, deswegen erweitert die Schule das Internat. Die Arbeiten haben erst kürzlich begonnen. Im Herbst soll der Ausbau, der zwischen zwölf und 16 Internatsplätze umfassen wird, bereits abgeschlossen sein. Stetig steigend ist nicht nur die Anzahl der Schülerschaft, sondern auch der Mädchenanteil, der sich aktuell auf 17 Prozent beläuft. Hintergrund: „Immer mehr landwirtschaftliche Betriebe werden von Frauen geführt. In Österreich liegt der Anteil sogar zwischen 37 und 38 Prozent“, weiß Forstner. Die Ausbildung am Grabnerhof ist also gefragt, schließlich bietet sie eine optimale Vorbereitung für landwirtschaftliche und viele gewerbliche Berufe, wie auch der Werdegang der Absolvierenden zeigt: 90 Prozent beginnen eine Lehre, zehn Prozent wählen eine weiterführende Schule.

Unterricht mit hohem Praxisanteil

Die dreijährige Ausbildung gliedert sich in theoretische und praktische Unterrichtseinheiten, wobei „der Praxisanteil ein ganzes Drittel einnimmt“, so Forstner. Ein wichtiger Teil: Die landwirtschaftliche Urproduktion und die Lebensmittelverarbeitung. Die breite Palette der Wissensvermittlung beginnt bei der Tierhaltung und erstreckt sich über die Herstellung von Milchprodukten, wie Butter, Joghurt, Käse und Fleischprodukten, darunter auch die Wurstherstellung, bis hin zum Vertrieb im eigenen Hofladen. „Der Praxisunterricht im Hofladen bietet den Jugendlichen die einmalige Möglichkeit, den Kontakt und den Umgang mit Kundinnen und Kunden kennenzulernen. Dazu gehört auch die richtige Beratung“, weiß der Schuldirektor. Die in das Schulanwesen integrierte Verkaufsstelle wurde kürzlich verlegt und rundum erneuert. Erhältlich sind neben Produkten, die am Grabnerhof hergestellt wurden, auch Lebensmittel von Partnerbetrieben, darunter Kernöl, Mehl und Honig. Nächster geplanter Schritt: Ein Barcodescanner und eine Vorrichtung zur bargeldlosen Bezahlung.

Verkauf von prämierten Spezialitäten

Kräftig modernisiert und umgebaut wird auch in den Bereichen Käserei und Fleischerei. Während die Fleischerei bereits fertiggestellt ist, sind die Bauarbeiten in der Käserei noch im vollen Gange, sollen jedoch im Herbst ebenso abgeschlossen sein. Highlight: Ein Käsekessel, der über eine App automatisch steuerbar ist. „Damit kann die Masse gekühlt oder erhitzt werden, ohne dafür eine eigene Person für diese Aufgabe einsetzen zu müssen“, erklärt Forstner die Vorteile der zeitlichen wie personellen Ressourcenschonung. Sowohl Käserei als auch Fleischerei sind durch eine Hygieneschleuse mit dem Hofladen verbunden, was den Vertrieb in Zukunft wesentlich vereinfachen wird. Wie auf der schuleigenen „Grabneralm“ mit eigener Schaukäserei, wird auch die Käserei auf dem Schul­areal im Tal über große Schaufenster verfügen. „Die Besichtigung einer Käserei ist aus Hygienegründen nicht möglich“, so Forstner. Die Lösung: „Durch raumhohe Sichtfenster können wir interessante Einblicke in den Produktionsvorgang ermöglichen“, informiert der Schulleiter. Am Grabnerhof werden sowohl Kuh- als auch Ziegenmilch verarbeitet. Neben dem Hofladen auf dem Schul­areal, der immer am Donnerstag zwischen 14 und 16.30 Uhr geöffnet hat, wird auch auf der Grabneralm verkauft. Hierfür wurde ein Selbstbedienungskühlschrank installiert, prall gefüllt mit den vielfach prämierten Produkten. Unter den Auszeichnungen befindet sich auch so manche Goldmedaille. Diese hat der Grabnerhof im Vorjahr bei der steirischen Spezialitätenprämierung für sein Apfeljoghurt und sein Erdbeerjoghurt abgeräumt.