Gesundheit geht vor

Bildquelle: Tiroler Tageszeitung/Roland Schlager

Rudolf Anschober hatte im vergangenen Jahr wohl den schwersten Job Österreichs, zerrieben zwischen Experten, Wirtschaft, Bundesländern und den verschiedensten anderen Interessenten. Trotzdem hat er ihn nach bestem Wissen und Gewissen erledigt, zuletzt mit einem Einsatz, der von seinem Körper nicht mehr zu stemmen war. Sein Rücktritt nötigt einem ebenso viel Bewunderung wie Verständnis ab, und es ist ihm zu wünschen, dass er eine gesunde und ruhigere Zukunft vor sich hat. Sein Nachfolger Wolfgang Mückstein hingegen wird mit den bekannten Widrigkeiten weiterhin zu kämpfen haben.

Daher wäre es in der momentanen Situation eine Überlegung wert, das Gesundheitsministerium zu trennen oder zumindest zusätzlich mit einem Staatssekretär zu besetzen. Immerhin ist das Resort auch für Soziales, Pflege, Konsumentenschutz und Tierschutz zuständig, was zum Zeitunkt der Regierungsbildung durchaus verständlich war. Jetzt wäre aber Entlastung angesagt, zumindest für die Dauer der Pandemie wäre es vernünftig, wenn sich der Gesundheitsminister wirklich nur auf seine Kernaufgabe konzentrieren kann.

Immerhin gibt es genug Baustellen, beginnend von den Verordnungen und Gesetzen, die oft recht unausgegoren waren, über das Verhältnis zwischen Bund-, Länder- und Bezirksebene bis zur gesamten Impforganisation. Ein ausgewiesener Fachmann wie Mückstein ist wohl der richtige Mann, hier das Funktionieren der Maßnahmen garantieren und das Vertrauen der Bevölkerung wieder zu stärken. Von allem anderen sollte man ihm den Rücken freihalten.