Geht in Europa das Licht aus?

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Spätestens seit dem offensichtlichen Beweis für massive russische Kriegsverbrechen in der Ukraine ist auch ein Boykott russischer Energielieferungen in Westeuropa ein Thema. Immerhin stammen die russischen Staatseinnahmen zu fast siebzig Prozent aus dem Export von Gas, Öl und Kohle, ein Wegfallen dieser würde Russland vor ganz massive Probleme stellen. Allerdings würde die Lage auch für Europa mehr als ungemütlich.

So ist es Europa in den vergangenen Jahren trotz aller guten Vorsätze nicht gelungen, die Energieversorgung auf sichere Beine zu stellen. Ganz im Gegenteil wurden zahlreiche Kohle- und Atomkraftwerke stillgelegt, was die Eigenversorgung Europas trotz stark steigender „grüner“ Stromerzeugung eher verschlechtert hat. Daher ist man bei der Stromerzeugung sehr stark von russischem Gas abhängig, ebenso wie bei der Raumheizung und in zahllosen Industriebetrieben. Jetzt komplett auf russisches Gas zu verzichten würde daher zweifellos zu starken Versorgungsengpässen führen, was letztlich zu noch höheren Preisen, steigender Arbeitslosigkeit und sinkendem Wohlstand führen würde.

Wenn man also wirklich diese radikale Abkehr von Russland machen will, muss man auch die Folgen in Kauf nehmen. Auf Dauer muss sich ohnehin die Energiewirtschaft in Europa ändern, schon allein wegen des Klimawandels. Aber mit Sonntagsreden allein kann man weder heizen noch produzieren, es gehört eine massive Beschleunigung beim Ausbau der alternativen Energien vorangetrieben. Und Kraftwerke erst dann eingemottet, wenn es Ersatz für die Energiemengen gibt und nicht nach Lust und Laune.