Gegen das Volk

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In der Union sind die Würfel gefallen, trotz deutlich schlechterer Umfragewerte hat der CDU-Vorstand Armin Laschet zum Kanzlerkandidaten gemacht. Dieses Gremium ist wohl auch das einzige in der Union, in dem sich nicht eine Mehrheit für den CSU-Mann Söder gefunden hätte. Die CDU hat sich im parteiinternen Streit somit durchgesetzt, aber für die echte Bewährungsprobe, nämlich die Bundestagswahl, hat man jetzt denkbar schlechte Karten.

Schon die Politik der letzten Jahre war ja alles andere als beliebt beim Volk. Von der Flüchtlingspolitik über die Energiewende bis zu den Corona-Maßnahmen hat die Union nicht gerade geglänzt, zahlreiche Entscheidungen wurden gegen den Willen einer Mehrheit der Bevölkerung gefällt. Auch der Wirtschaft geht es angesichts des endlosen Lockdowns nicht gut und dass nebenbei die kriselnden Staaten Südeuropas finanziert werden, schmeckt wohl auch einem Großteil der Bevölkerung nicht.

Mit dieser Bilanz in eine Wahl zu ziehen ist schon schwer genug, aber dem beliebten Söder wäre es zuzutrauen gewesen, eine gewisse Wendestimmung zu erzeugen und bei dem Wahlgang trotzdem ein gutes Ergebnis einzufahren. Jetzt bestimmt die Union aber einen Kanzlerkandidaten, der beim Volk unbeliebt ist und zudem für eine Fortsetzung der derzeitigen Politik steht. Damit steigt die Chance, dass die Union nicht in der nächsten Regierung vertreten ist. Und sie hätte sich das auch selbst zuzuschreiben, denn eine Wahl gegen das Volk ist schwer zu gewinnen.