Frischer politischer Wind in Haus im Ennstal

Für Bürgermeister Stefan Knapp steht das konstruktive Arbeitsklima an oberster Stelle.

Weichenstellung für die Gemeindeentwicklung.

Stefan Knapp hat sein Mandat zurückgelegt und ist Volksbürgermeister. Der umstrittene Raumplaner Herfried Peyker hat die Zusammenarbeit beendet. Zur neuen Bausachverständigen wurde Caroline Rodlauer bestellt.

„Veränderung ist nichts, das sich aufhalten lässt“, eröffnete Stefan Knapp, der neue Bürgermeister von Haus im Ennstal die erste Gemeinderatssitzung nach der Konstituierung, zu der er viele politisch interessierte Bürger begrüßen konnte. Knapp betonte immer wieder, wie wichtig ihm die Einbindung aller Bürger und Fraktionen sei, denn sein politischer Stil sei ein menschliches Miteinander. Deswegen möchte er in Zukunft auch den Zuhörern der Gemeinderatssitzungen das Wort erteilen, damit sie ihre Anliegen direkt an den Gemeinderat herantragen können.

Nachdem er als Volksbürgermeister sein Stimmrecht zurückgelegt hatte, rückte Heinz Leitner von der Liste Haus nach und wurde als neues Gemeinderatsmitglied angelobt. Als einer der ersten Amtshandlungen in der Funktion als Bürgermeister führte Stefan Knapp mit sämtlichen Mitarbeitern Vier-Augen-Gespräche. Er zeigte sich begeistert ob der konstruktiven und offenen Kommunikation. Besonders beeindruckt habe ihn das Engagement des Bauhofleiters Hans Pürstl, welcher ihn umfassend über anstehende und notwendige Sanierungen und Erneuerung informierte.

Raumplaner Herfried Peyker zurückgetreten.

Den umstrittenen Raumplaner der Gemeinde Herfried Peyker wollte die Liste Haus noch während der Schütter-Ära mittels Gemeinderatsbeschluss abwählen. ÖVP und SPÖ stimmten damals dagegen. Stefan Knapp berichtete nun von einem Vier-Augen-Gespräch mit Peyker, wo es um die zukünftige Zusammenarbeit ging. Nach einer Bedenkzeit gab Herfried Peyker schriftlich bekannt, seine 14 jährige Tätigkeit als Raumplaner für die Gemeinde Haus zu beenden. Grundlage für eine Zusammenarbeit sei umfassendes Vertrauen zwischen der Gemeindevertretung und dem Raumplaner. „Durch die Initiative der Bürgerliste zur Absetzung meiner Person, sowie diverse negative Artikel in Printmedien wurde diese Vertrauensbasis empfindlich gestört. Das Ergebnis der Gemeinderatswahl hat diese Bedenken gegen mich ganz offensichtlich bestätigt. Durch die Konstituierung der neuen Gemeinde ist nun der richtige Zeitpunkt für das Ende der bisherigen Zusammenarbeit und einen neuen Abschnitt“, heißt es in dem Schreiben an den Bürgermeister. Im Gespräch mit dem „Ennstaler“ erklärte Stefan Knapp, dass Herfried Peyker ein Machtmensch sei, in Haus allerdings seine Macht verloren habe. Schließlich habe Peyker selbst erkannt was für ihn das beste sei. Ein neuer Raumplaner müsse erst gefunden werden, solle aber noch im September feststehen.

Unparteiische Bausachverständige.

Als Nachfolgerin vom bisherigen Bausachverständigen Markus Erhardt wurde Caroline Rodlauer bestimmt. Neben Aigen, Irdning, Bad Aussee und Ramsau als Bau- bzw. Ortsbildsachverständige ist nun Haus im Ennstal die fünfte Gemeinde in der sie dafür zuständig ist. In einer kurzen Präsentation erläuterte sie ihre Vorstellungen und Themen die ihr wichtig sind. Rodlauer betonte, dass es ihre Hauptaufgabe sei, auf die Gesetzeskonformität sämtlicher Bauprojekte zu achten. Sie stellte deutlich klar, dass die Raumplanung und die Entwicklungsziele an sich Aufgaben des Gemeinderats seien. „Zweitwohnsitze wirken stark auf das Ortsbild ein, auf die Lebensqualität und ins Sozialgefüge. Das merkt ihr jetzt schon und es wird auch stärker werden, wenn man sich dessen nicht bewusst ist“, so Rodlauer. Die Aufgabe einen Riegel vorzuschieben liege beim Gemeinderat.

Gerade in einer Tourismusgemeinde sei es wichtig auf das Ortsbild zu achten. „Ein Ortsbild prägt die Kulturlandschaft und die Lebensqualität.“ Ein hässliches Ortsbild passiere schneller als man glaube, und sei für Jahrzehnte irreversibel. Die Baukultur sei die Visitenkarte eines Ortes, deswegen müssen Bausünden verhindert und das Ortsbild bewahrt werden. „Das Überfluten von zu großen, zu mächtigen und ortsfremden Bauten, das stört natürlich auch in unserer Region. In Zeiten der Zersiedelung und Verbauung ist das ein ganz wesentliches Thema wo wir gegensteuern können.“ Mit plakativen Beispielen untermauerte sie die Wichtigkeit einer behutsamen und sinnvollen Bauentwicklung. Weiters versprach sie keine Kompetenzen zu vermischen und werde selbst keine Bauprojekte in Gemeinden durchführen, wo sie als Bausachverständige tätig ist.