Einweihung der neuen Seethalerhütte

Die Hüttenwirte Wilfried und Carmen Schrempf sowie ÖAV-Vorsitzender Fritz Macher und der Rams­auer Spitzenbergsteiger Hans Walcher (v.l.) am Rande des Festaktes.

Die Feuertaufe hat die zwischen 2017 und 2018 erbaute neue Seethalerhütte bereits in der Wintersaison und auch in den bisherigen Sommermonaten bestens bestanden. Die erste „Wintereröffnung“ fand bereits Mitte Jänner statt. Das vergangene Wochenende stand nun ganz im Zeichen der feierlichen Einweihung.
Mehr als 20 hohe Funktionäre des Österreichischen Alpenvereins und Ehrengäste fanden sich am Samstag bei der Talstation der Dachstein-Gletscherbahn ein, um gemeinsam die Fahrt auf den Gletscher zu unternehmen. Es würde zu weit führen, alle verdienstvollen ehemaligen und aktuellen Mitarbeiter des ÖAV anzuführen. An der Spitze ist natürlich Kommerzialrat Fritz Macher, der 1. Vorsitzende des Alpenvereins Austria, zu nennen, begleitet von seinem Stellvertreter Paul Schmiedleitner, dem Finanzreferenten Christian Eppler, Hüttenreferent Richard Goldeband, PR-Referentin Marie Luise Eggelsberger und dem langjährigen Sekretär Hans Wallner. Gesichtet wurden Brigitte Grasnek, Vizepräsidentin des Österreichischen Alpenklubs, mit ihrer Kollegin Gerti Gasselsberger. Aus der Region waren Expositurleiter Christian Sulzbacher, Ramsaus Bürgermeister Ernst Fischbacher mit Vizebürgermeisterin Regina Stocker und Gemeinderäten, Mag. Lukas Seyfried (Schladming), NAbg. Andreas Kühbauer, Gletscherbahn-Chef Georg Bliem, die Alpin-Autoren Günter und Luise Auferbauer, Walter Bastl aus Haus im Ennstal, Doris Hallama, Vertreter der ÖAV-Hütten Preinthalerhütte, Guttenberghaus und Austriahütte, vertreten. Natürlich durften die Architekten Stephan Hoinkes und Thomas Heil sowie Baumeister Gerhard Steger nicht fehlen, die neue Wege in der Planung und Erbauung eines alpinen Schutzhauses beschritten haben.
Dipl.-Ing. Fritz Macher eröffnete die Feierlichkeiten mit einem kurzen Rückblick auf die Idee der notwendigen Errichtung der neuen Hütte, zurück bis zum Abriss der schon sehr baufälligen Dachsteinwarte und mit einer Erklärung über die geschichtliche Entwicklung der Sektion Austria des Österreichischen Alpenvereins im Jahr 1873, entstanden nach dem Zusammenschluss des Deutschen Alpenvereins und dem Südtiroler Alpenverein mit der Sektion Wien, die 1869 gegründet wurde. Was den Bau der neuen Seethalerhütte betrifft, wies er besonders auf die angenehme und meist reibungslose Zusammenarbeit zwischen Bauherrn, Baufirmen und Naturschutzbehörden hin, ohne die die plangemäße Ausführung gar nicht möglich gewesen wäre. Er strich die große Verantwortung heraus, die der ÖAV für den Umwelt- und Naturschutz trägt.
Während des anschließenden Buffets spielte die mit 36 Musikern angetretene Trachtenmusikkapelle Ramsau am Dachstein unter Obmann Mathias Schrempf und Kapellmeister Ronny Dornig mit zünftigen Märschen und Liedern auf. Es folgten die Grußworte, die von NAbg. Andreas Kühberger eröffnet wurden, gefolgt von Michael Brands, dem Leiter der Abteilung Umwelt und Natur im Bundesland Oberösterreich, der auf die Bedeutung der Erhaltung des mit 14.500 Hektar größten Naturschutzgebietes von Oberösterreich einging. Eine bemerkenswerte Rede hielt dann der Rams­auer Bürgermeister Ernst Fischbacher. Auch er hielt eine kurze geschichtliche Rückschau auf 90 Jahre Dachsteinwarte, die errichtet wurde, als es noch keine Bauvorschriften im heutigen Sinne gegeben hat. Trotzdem hat die Hütte, die 1929 als Unterstand vom Hallstätter Bergführer Johann Georg Seethaler errichtet worden ist, fast neun Jahrzehnte ihre Dienste geleistet. Das Baumaterial für die acht Gehstunden von Hallstatt entfernte Warte wurde über die Simonyhütte, den Gletscher und Eisstein zum Standort getragen.
Den Festansprachen folgte die Verleihung des Umweltgütesiegels der Alpinen Vereine durch Georg Unterberger von der Abteilung Hütten und Wege des Österreichischen Alpenvereins. Er stellte unter anderem fest, dass die Aufwendungen für die Erhaltung von Wegen, Umwelt und Natur vom ÖAV mit zehn Millionen Euro dotiert sind, wovon eine Million vom Bund geleistet, der Hauptanteil aber nur durch die Mitgliedsbeiträge bestritten werden muss. Das Gütezeichen übergab er den Wirtsleuten Carmen und Wilfried Schrempf, die die Dachsteinwarte beziehungsweise Seethalerhütte nun auch schon 20 Jahre lang in dritter Generation betreiben, ein Umstand, der auch die Mutter von Wilfried, Anita Kirchgasser, besonders freut.
Den Höhepunkt und Abschluss der Feierlichkeiten bildete am Nachmittag die ökumenische Segnung der Hütte durch die Ramsauer Pfarrerin Martina Ahornegger und Weihbischof Stefan Turnovszky von der Erzdiözese Wien.
Die Feier wurde am Sonntag fortgesetzt. Das Programm war dabei ähnlich gestaltet, nur dass diesmal die Bürgermeister Egon Höll aus Obertraun und Alexander Scheutz aus Hallstatt Hauptakteure waren. Gestaltet wurde ein katholischer Berggottesdienst durch Weihbischof Turnovszky.