Ein Pool auf der Bergstation sorgt für Aufregung

Das Ferienwohnhaus am Hauser Kaibling soll umgebaut werden. Anrainer sind „wenig glücklich“, Waldbesitzer verwundert über die angebliche Zufahrt. Foto: Ennstaler

Ein geplanter Pool auf knapp 2000 Meter Seehöhe am Hauser Kaibling erhitzt die Gemüter. Unklar ist die Zufahrtsberechtigung. Einen entsprechenden Baubescheid hat die Gemeinde bereits ausgestellt.

An der Bergstation des Hauser Kaiblings auf gut 1800 Meter Seehöhe befinden sich mehrere Ferienwohnhäuser. Eines davon hat Ende 2020 seinen Besitzer gewechselt. Bereits die Vorbesitzerin, Helga Schwarzl, hatte eine Baubewilligung für sechs Apartments, die teilweise vermietet werden sollten. Zum Umbau ist es nicht mehr gekommen, das Haus wurde an die Chalet Hauser Kaibling Besitz GmbH verkauft. „Wir wollen das nur privat nutzen. Deswegen haben wir reduziert und nur mehr zwei größere Einheiten geplant“, sagt Kevin Siener. Die neue Bauverhandlung zur Abänderung des Bescheids aus 2017 fand Anfang März statt, Anfang Juli wurde die Bewilligung seitens der Baubehörde erteilt.

Die Nachbarn haben Bedenken über den Umbau. Einer der Hauptkritikpunkte ist ein bauverhandelter Pool, der laut einer Anrainerin ganzjährig beheizt werden soll. Da es immer wieder zu Wasserengpässen kommt, erteilte Bürgermeister und gleichzeitig Obmann der Wassergenossenschaft Stefan Knapp keine Bewilligung für die Befüllung des Pools. Laut Bauwerber sei die Befüllung mittels Tankwagen geplant. „Es ist absolut unglaublich, dass in Zeiten von Klimawandel eine Genehmigung für einen Pool auf 2000 Meter erteilt wird. Nicht auszudenken, wenn weitere Hausbesitzer am Berg auf diese Idee kommen, wo bereits jetzt Wassermangel herrscht“, sagt Anrainerin Mathilde Roither. Kevin Siener sieht hier nicht das große Problem, weil es sich um eine überschaubare Menge handle: „Es ist eine Art Whirlpool geplant, ob wir das machen oder nicht steht in den Sternen. Aber es ist ja nicht so, dass wir die Einzigen damit sind.“ Das Fassungsvermögen sei um die 8000 bis 10.000 Liter, das sei „mit zwei Autoanhängern auch erledigt“.

Über die „rechtlich sichergestellte Zufahrt“, wie es im Baubescheid heißt, sind einige Waldeigentümer verwundert. Zwar handle es sich zum Teil um öffentliche Wege und einen Privatweg der Marktgemeinde Haus, ein Großteil der Zufahrt verläuft allerdings über Wege privater Waldbesitzer von einigen Riemenparzellen. „Die Gemeinde ließ zwar einen Nutzungsvertrag aufsetzen, der wurde aber nicht von allen Waldbesitzern unterschrieben“, wie ein Landwirt erklärt. Es gebe auch keine Weggenossenschaft oder forstliche Bringungsgenossenschaft, die ein solches Recht erteilen hätte können. Der Baubeginn wird sich vermutlich noch verzögern. Nicht zuletzt aufgrund der Aufregung sei von einem Baustart im heurigen Jahr nicht mehr auszugehen.