Die Zeit heilt alle Wunden

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Die Omikronvariante des Coronavirus scheint die Karten bis zu einem gewissen Grad neu zu mischen. Trotz mehr als 30.000 Neuansteckungen pro Tag hat das Virus seinen Schrecken weitgehend verloren. Die Spitalsbelegung steigt nur sehr moderat und auf den Intensivstationen ist die Lage deutlich entspannter als in den Monaten zuvor. Auch wurden weitgehende Lockerungen der Coronamaßnahmen beschlossen, wobei hier Österreich noch vorsichtiger ist als andere europäische Länder, die alle Regeln aufgehoben haben. Wie wird also die weitere Entwicklung sein?

Laut übereinstimmender Prognose der Experten befindet sich das Virus am Weg zu einer normalen saisonalen Erscheinung, von der keine so große Gefahr mehr ausgehen sollte. Wenn man jetzt breitflächig wieder Öffnungen und Erleichterungen durchführt, ist auch die Impfpflicht wahrscheinlich kaum in der ursprünglichen Form zu halten, zumal sich auch schon drei Landeshauptleute für eine Nachdenkpause ausgesprochen haben.

Wenn wirklich wieder Normalität im täglichen Leben einkehrt, ist der Effekt der Impfpflicht zumindest deutlich geringer als der Schaden, den sie im Zusammenleben in Österreich anrichten würde. Es wäre daher vernünftig, einfach noch einige Wochen das Geschehen zu beobachten und nicht eine Regelung übers Knie zu brechen.

Immerhin hat das Virus schon genug Zwietracht in der Gesellschaft verbreitet und riesigen Schaden angerichtet, da scheint es jetzt nicht mehr relevant, ob man sich mit Entscheidungen noch einige Wochen Zeit lässt.