Die Qual der Wahl

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Nach der Auszählung der Briefwahlstimmen gibt es zwar fast nur Wahlsieger in Wien. Wenn man aber nicht nur die Zuwächse betrachtet, sondern sich Gedanken über die zukünftige Stadtregierung macht, wird schnell klar, dass die SPÖ das große Los gezogen hat. Sie kann mit jeder anderen Partei regieren, wobei wahrscheinlich die Grünen und die Neos um den Einzug ins Rathaus kämpfen werden. Bürgermeister Ludwig hat aber nicht die Qual der Wahl, sondern die Chance, den Preis für die Regierungsbeteiligung in die Höhe zu treiben.
Für die Grünen ist das Mitregieren in Wien schon fast eine Art Gewohnheitsrecht. Sie haben aber in letzter Zeit mit einigen Entscheidungen wie den Pop-up-Radwegen oder dem Pool am Gürtel auch so manchen Sozialdemokraten schwer verärgert. Gut möglich, dass die SPÖ den Grünen den Verkehrsstadtrat nicht mehr anbietet, ebenso wie sie für eine Neuauflage der Koalition auch dem Bau des Lobautunnels zustimmen müssten. Der grünen Basis wird hier sicherlich einiges zugemutet werden.
Zumal die Neos keine großen Hürden für eine Koalition mit der SPÖ sehen dürften. Von Privatisierungen und anderen wirtschaftsliberalen Forderungen hat man sich ohnehin schon distanziert, bei der Bildung ist man weitgehend mit der SPÖ auf einer Linie und den Bildungsstadtrat könnte die SPÖ abgeben, wenn sie dafür ansonsten eine noch größere Machtfülle bekommt. Es wird spannend, wer das Rennen macht.