Die Kanzlermacher

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Die Wahlen in Deutschland sind geschlagen, mit einer schallenden Ohrfeige für die Union und zwei großen Wahlsiegern, den Grünen und der FDP. Rot-Grün-Rot hat keine Mehrheit und eine große Koalition ist praktisch ausgeschlossen. Deshalb bleibt nur die Möglichkeit einer Dreierkoalition, wobei sich die Grünen und die FDP die Partei und Person des Kanzlers aussuchen können. Nicht umsonst starten die Gespräche zwischen diesen beiden Parteien und nicht mit den stimmenstärkeren SPD und CDU.

Nach zwölf Jahren steht die große Koalition in Deutschland nur mehr für Reformstau und mutlose Politik. So wird es an den beiden kleineren Partnern liegen, die Kanzlerpartei, wer immer es auch wird, vor sich herzutreiben und endlich Reformen einzumahnen. Von der Energiepolitik bis zur desolaten Infrastruktur liegt bei unseren Nachbarn vieles im Argen, frischer Wind wird daher dringend nötig sein.

Und für diesen werden die Grünen und die FDP auch sorgen, so weit sie bei vielen Themen auch auseinanderliegen. Es wird ein spannender Spagat, die Wirtschaftsinteressen der FDP mit den Umweltanliegen der Grünen unter einen Hut zu bringen. Man darf sich jedenfalls innovative Ansätze erhoffen, die den Stillstand der vergangenen Jahre überwinden sollen. Wer den beiden Parteien schließlich als Kanzler zur Seite steht, liegt in den Händen der Juniorpartner. Und die werden dafür sicher einen ordentlichen Preis einfordern.