Des Nightrace‘ erster Streich

Mikaela Shiffrin brach mit ihrem 47. Slalom-Weltcupsieg die Serie von Petra Vlhova und den Weltrekord mit den meisten Siegen in einer Disziplin. Foto: Martin Huber

Erstmals bot sich auch den Damen die Gelegenheit, sich beim legendären Zielhang der Planai zu messen. Die Entscheidung fiel binnen Stunden, Organisation und Pistenverhältnisse waren trotz der kurzen Vorlaufzeit makellos. Schon am 25. Jänner steht der traditionelle Herren-Slalom am Rennkalender.

Letzten Dienstag sollte der Damen-Nachtslalom in Flachau über die Bühne gehen. Der Zeitpunkt blieb gleich, der Ort änderte sich und rückte über die steirische Landesgrenze. Mit 7-Tages-Inzidenzen jenseits der 3000 Infizierten pro 100.000 Einwohner war der Bezirk Pongau noch vor Kitzbühel österreichweiter Spitzenreiter. Auf Empfehlung des Landes Salzburg machte sich der Österreichische Skiverband auf die Suche nach Alternativen. Binnen weniger Stunden war mit Schladming ein Ersatzaustragungsort gefunden. Einziger Wermutstropfen: Zuschauer waren keine erlaubt. Nachdem die Fallzahlen im Bezirk Liezen nur bei einem Bruchteil lagen (7-Tages-Inzidenz: 613, Stand 10. 1.) und die Vorbereitungen für das Nightrace bereits auf Hochtouren liefen, konnte das Rennen auf der Schladminger Planai über die Bühne gehen.

Kurze Vorlaufzeit, perfekte Umsetzung

„Am Mittwoch (5. Jänner, Anm.) kam um 17 Uhr der Anruf vom ÖSV, ob wir in der Lage seien das Rennen abzuhalten“, sagt OK-Chef Hans Grogl vom WSV Schladming. In Abstimmung mit der Planai habe man in wenigen Stunden entschieden, dass der Damen-Slalom mit dieser kurzen Vorlaufzeit umsetzbar sei. In weniger als 24 Stunden stand die Entscheidung fest und kurze Zeit später kam die Bestätigung der FIS. „Es ist nur deshalb so schnell gegangen, weil wir 14 Tage vor dem Männer-Nightrace mit fast allem fertig sind“, so Grogl. Als ursprünglicher Termin stand vorerst der 18. Jänner im Raum. Nachdem allerdings die Fernsehzeiten bereits blockiert waren, hielt man am 11. Jänner fest. Seit der WM 2013 bestreiten die alpinen Damen wieder ein Rennen in Schladming, und erstmals über den legendären Zielhang der Planai. „Erst wollte man die Strecke etwas verlegen, doch dann hätte auch das Flutlicht neu eingestellt werden müssen. Jetzt starten die Damen in etwa 80 Meter unter dem Herrenstart“, erklärt Planai-Geschäftsführer Georg Bliem, „Nun hatten auch die Damen ihren Nachtslalom auf der originalen Nightrace-Piste.“ Die Piste wurde zwar hart und kompakt aufgebaut, aber nicht vollständig vereist, „schließlich musste am Donnerstag der Hang wieder für den touristischen Skilauf geöffnet sein.“

Disziplinierte Gäste

Die Veranstaltung ging zwar ohne Besucher über die Bühne, die Polizei setzte dennoch auf verstärkte Corona-Kontrollen am Rande des Events. Für Zaungäste gab es, gleich wie beim Nightrace im Vorjahr, nur wenig zu sehen. Großräumige Absperrungen und hoher Sichtschutz verhinderten einen guten Blick auf das Rennen. Bereits ab den Nachmittagsstunden kontrollierten Beamte insbesondere Gastronomiebetriebe und für den Skitourismus einschlägig bekannte Lokale. Auch erste Kontrollen im Handel standen am Programm. „Neben einigen aufklärenden Gesprächen gab es keine schwerwiegenden Beanstandungen und auch keine besonderen Zwischenfälle rund um das Rennen“, zieht Einsatzleiter Oberstleutnant Siegmund Schnabl zufrieden Bilanz, „Selbst die Sperrstunde um 22 Uhr bereitete uns Dank der überwiegenden Disziplin der Gäste in Schladming keine größeren Probleme.“

Ausblick

Schon am Dienstag, dem 25. Jänner, gastiert der Skizirkus wieder in Schladming. Beim berühmten „Nightrace“ messen sich seit 25 Jahren die Herren im Slalom. „Bei den Herren hoffen wir, dass tausend Zuseher zugelassen werden. Wir haben eine kleine Tribüne mit zugewiesenen Sitzplätzen vorgesehen“, berichtet Hans Grogl­. Die bereits um ein Vielfaches mehr verkauften Tickets werden zurückgegeben. Fest steht, dass sich mehr als tausend Besucher aufgrund der Corona-Vorgaben nicht bewerkstelligen ließen. Dennoch eine eher überschaubare Menge im Vergleich zu den 50.000 Besuchern in Vor-Coronazeiten beim alljährlichen Ski-Spektakel in Schladming.