Das Inflationsgespenst

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Nach letzten Berechnungen steigt die Inflation deutlich an, in Österreich und Deutschland sogar Richtung drei Prozent. Das liegt primär an den vor einem Jahr sehr niedrigen Energiepreisen, aber auch in einigen anderen Bereichen wie der Bauwirtschaft, verschiedensten Rohstoffen und Computerchips sind deutliche Preissteigerungen zu beobachten. Aktuell ist das kein Problem, die Inflation wird sich wohl so um den Zielwert von zwei Prozent einpendeln. Auf längere Sicht könnte uns die Teuerung allerdings massive Probleme bescheren. Denn so wichtig die massive Unterstützung von Wirtschaft und Konsum in der Coronakrise war, so sehr birgt sie für die Zukunft massive Risiken. Rundum ist ungesund viel Geld im Umlauf, das nach Anlagemöglichkeiten sucht. Das treibt die Kurse von Rohstoffen ebenso wie jene von Aktien, während Staatsanleihen aufgrund der Käufe durch die Notenbanken beinahe bei null rentieren.

Wenn es in einem solchen Umfeld zu deutlicher Inflation kommt, wird es problematisch. Zinserhöhungen zum Gegensteuern sind auf Grund der stark verschuldeten Staaten kaum möglich, womit die Enteignung der Sparer nochmals massiv beschleunigt wird. Und die Notenbanken haben keine Möglichkeit zu reagieren. Deswegen sollte man schon jetzt darüber nachdenken, wie man aus der Geldschwemme wieder herauskommt, damit zumindest mittelfristig wieder ein normales Zinsniveau erreicht wird. Denn auf Dauer wird das Experiment Nullzins nicht zu halten sein, ohne dass es zu massiven wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verwerfungen kommt.