Das „Ewige Eis“ – einst und jetzt

Die Autoren Josef Hasitschka und Manfred Buchroithner wählten bewusst den provozierenden Terminus „Ewiges Eis“. Foto: Lukas Hasitschka

Vor der Kulisse des schwindenden Dachsteingletschers wurde am 22. August der Bildband „Ansichten vom Ewigen Eis“ im Gletscherrestaurant der Dachsteinseilbahn präsentiert. Das Buch bildet die letzten 200 Jahre der Gletscherforschung ab.

Die beiden Autoren Josef Hasitschka und Manfred Buchroith­ner sammelten zahlreiche alte Drucke, Stiche, Zeichnungen und Fotografien für die Illustration ich ihrem Buch. Institute wie das Naturhistorische Museum, Alpenvereinsarchiv Innsbruck, Fotosammlung Kaser, Stiftsarchiv Admont, Museum „Zeitroas“ in Ramsau, Museum Hallstatt und Universitätsinstitute hatten mitgeholfen, um diesen Bildband entstehen zu lassen. Der Historiker Josef Hasitschka erläuterte die Anordnung der Bilder, insbesondere die anschaulichen Zeichnungen des Dachsteinforschers Friedrich Si­mo­ny. Alle diese historischen Bilder wurden mit einem Vergleichsfoto aus heutiger Zeit versehen. „Ewiges Eis“ – ein provozierender Titel angesichts des verheerenden Gletscherschwundes. Vor 220 Jahren hieß der Hallstätter Gletscher auf Landkarten „Ewiges Eis“, wie der Autor Josef Hasitschka ausführte. Damals stießen die Eismassen noch vor, bis sie um 1855 zum Stillstand gelangten und stetig zurückgingen. Bereits Simony musste mit Erschrecken feststellen, dass die Eismassen des „Karls-Eisfeldes“ innerhalb weniger Jahrzehnte einfach verschwunden waren. Auch die Gletscherforscher im 20. Jahrhundert dokumentierten den weiteren Rückgang des Eises, wie die Vergleichsbilder beweisen.

Der heutigen Gletscherforschung wurde ein langes Kapitel gewidmet. Die anwesenden Forscher um Klaus Reinbacher mussten hinzufügen, dass der heurige Rückgang extrem sei. So schloss Hasitschka mit einem Appell, er wolle Einheimische und Touristen mit seinen Ansichten nachdenklich machen: „Das Eis ist nicht mehr ewig, sondern endend. Die sensible alpine Landschaft ist noch immer wunderbar wild und wert, durch Wanderungen erfahren zu werden. Aber sie ist gefährdet und schützenswert. Gemeinden und der Tourismus haben deshalb in ihren Leitbildern den Schutz festgeschrieben.“

Das Buch ist in der Buchhandlung Wallig in Gröbming erhältlich.