Das Debakel von Iowa

Fotoquelle: AP

Auch wenn es noch kein endgültiges Ergebnis der demokratischen Vorwahlen in Iowa gibt, steht schon fest, dass alle Teilnehmer an der Wahl Verlierer sind. Kein Kandidat konnte sich deutlich absetzen und das Fiasko bei der Stimmenauszählung ist eigentlich unglaublich. Als ob es nicht ohnehin schwer genug wäre, gegen Donald Trump die Wahlen zu gewinnen, hat es fast den Eindruck, als würden sich die Demokraten selbst sabotieren.
Vom erhofften medialen Rückenwind ist jedenfalls keine Rede, ganz im Gegenteil. Man kann Trump kaum widersprechen, wenn er meint, dass eine Partei, die keine Vorwahl abhalten kann, auch nicht für die Machtübernahme in Amerika geeignet ist. Zudem wird demnächst das Impeachment-Verfahren gegen Trump eingestellt werden, der sich dann schon ganz auf die Wahlen konzentrieren kann, während sich seine demokratischen Gegner noch lange gegenseitig zerfleischen werden.
Zudem kommt Trump auch die nach wie vor gute wirtschaftliche Lage entgegen, was bei Wahlen in den USA eine traditionell wichtige Rolle spielt. Den jetzt angetretenen Kandidaten der Demokraten ist ein Wahlsieg in diesem Umfeld kaum zuzutrauen. Der einzige Demokrat, dem das Chaos in Iowa in die Hände spielt, ist Michael Bloomberg. Der Milliardär wird erst später in die Vorwahlen einsteigen, er hat schon angekündigt, seine Werbeausgaben nochmals drastisch zu erhöhen und er ist aus heutiger Sicht der einzige, dem ein Wahlsieg über Trump zuzutrauen ist.