Corona und die Krise

Fotoquelle: China News

Spätestens mit dem weltweiten Absturz der Börsenkurse in dieser Woche hat das Coronavirus auch auf die Wirtschaft durchgeschlagen. War man vorher noch weitgehend optimistisch, dass die Folgen des neuen Virus überschaubar bleiben sollten, scheint jetzt die Angst zu überwiegen. Nach den jüngsten starken Kursanstiegen an den Aktien- und Immobilienmärkten scheint die Luft jetzt sehr dünn zu werden, zumal die Entwicklung der Realwirtschaft schon zuletzt nicht mehr mit den Börsenkursen mithalten konnte.
Immerhin spielt China in der globalisierten Weltwirtschaft inzwischen eine ganz zentrale Rolle, und zwar einerseits als Absatzmarkt und andererseits als wichtiger Zulieferer. Wenn hier Lieferketten für längere Zeit unterbrochen werden, drohen in zahlreichen Branchen Probleme, beispielsweise im Bereich der Elektronik. Man kann nur hoffen, dass es rund um den Globus gelingt, die Wirtschaft am Laufen zu halten, unter Umständen auch mit Hilfe alternativer Lieferanten und Kunden.
Doch selbst wenn die Wirtschaft die momentan schwierige Situation meistern kann, sollten uns die jüngsten Vorkommnisse eine eindringliche Warnung sein. Immerhin zeigt sich, dass ein neuerlicher Börsencrash jederzeit auf uns zukommen kann. Im Gegensatz zu 2008 stehen die Staaten und die Notenbanken heute aber mit leeren Händen da. Sie haben es verabsäumt, in den guten Jahren ihre Budgets in Ordnung zu bringen und Reserven anzulegen. Damit sind wir einer neuerlichen Krise mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert.