Bezirkshauptmann Josef Dick: Eine große Ära geht zu Ende

Mag. Elisabeth Haarmann und Dipl.-Ing. Johann Triebl von der BH Liezen übergaben zum Abschied ein Bild.

Als strukturiert, gesetzestreu mit fachlicher und juristischer Kompetenz sowie hoher Einsatzbereitschaft beschrieben Mitarbeiter und Wegbegleiter Mag. Dr. Josef Dick. Vergangene Woche fand in Liezen die Abschiedsfeier des Bezirkshauptmannes, der seit 1. Jänner 2009 in Liezen tätig war, statt – und alles was in Politik und Wirtschaft Rang und Namen hat, nahm an der Feierlichkeit teil.
Neben Soziallandesrätin Doris Kampus folgten auch die Abgeordneten zum Landtag Michaela Grubesa, Bgm. Armin Forstner, Albert Royer und Lambert Schönleitner sowie Hofrat BH a. D. Dr. Kurt Rabl­ und Expositurleiter Dr. Christian Sulzbacher der Einladung. Mit 1. Februar ging Mag. Dr. Josef Dick nun in den wohlverdienten Ruhestand.
Dick wurde 1955 in Weißenbach an der Enns geboren. Seine berufliche Laufbahn startete er mit dem Eintritt in die Wiener Sicherheitswache und war anschließend als Kriminalbeamter tätig. Daneben studierte Dick Rechtswissenschaften und agierte als Polizeijurist. Im Jahr 1991 wechselte er in das Bundesministerium für Inneres, im Jahr darauf nahm er den Posten des stellvertretenden Sicherheitsdirektors in der Sicherheitsdirektion Steiermark an. Seit 2004 war er Polizeidirektor in Leoben und mit 1. Jänner 2009 bekleidete er das Amt des Bezirkshauptmannes.
Ereignisreiche Jahre
Seine Tätigkeit in Liezen startete mehr als turbulent. Bereits wenige Tage nach seinem Amtsantritt verunfallte Thürings Ministerpräsident bei einem Skiunfall auf der Riesneralm. Wenige Stunden nach dem Ereignis gab es bereits eine große Einsatzbesprechung sowie eine Pressekonferenz mit internationaler Beteiligung. Ebenso hatten 2009 die winterlichen Wetterkapriolen das Ennstal fest im Griff. Unvorhersehbare Situationen machten vor ihm nicht Halt. Dabei galt es einen kühlen Kopf zu bewahren. So gab es bereits ein Jahr später in der Klein­sölk eine erneute verheerende Unwetterkatastrophe mit zerstörten Gebäuden, Almen, die tagelang nicht erreichbar waren, und Evakuierungen. Erstmals in der Steiermark wurde die Schadensabwicklung über die Bezirksverwaltungsbehörde abgewickelt. „Du hast den Blick auf das Wesentliche nie verloren, die Anliegen, Sorgen und Wünsche der Bevölkerung“, lobte Soziallandesrätin Doris Kampus.
Von 2010 bis 2012 wurde das Amtsgebäude in Liezen einer Generalsanierung unterzogen. Im Jahr 2011 mussten die Bad Ausseer auf ihr geliebtes Autokennzeichen verzichten. Dieses wurde durch LI ersetzt. Eine weitere herausfordernde Situation in der Amtszeit von Mag. Dr. Josef Dick war 2012 die Unwetterkatastrophe im Paltental mit einem Gesamtschaden von 16 Millionen Euro an der Infrastruktur, 400 Personen mussten evakuiert werden. Die Bezirkshauptmannschaft richtete direkt vor Ort ein Außenbüro ein. Ebenso 2012 wurde das LKW-Nachtfahrverbot verordnet.
Aber auch einige Großveranstaltungen gab es zu bewältigen, wie die Alpine Ski-WM 2013 in Schladming, bei der die BH einen Führungsstab in Schladming einrichtete, das Kulm-Skispringen in den Jahren 2012, 2014 bis 2016 und 2018 oder die Special Olympics Wintergames im Jahr 2017. Eine der größten Herausforderungen war aber mit Sicherheit die Gemeindestrukturreform 2015 sowie die Flüchtlingswelle 2015 und 2016. Auch die letzten Jahre als Bezirkshauptmann verlangten Mag. Dr. Josef Dick einiges ab. So die Unwetterkatastrophe im Jahr 2018 oder das Schneechaos im Jänner vergangenen Jahres. Bei all diesen Ereignissen hieß es einen kühlen Kopf zu bewahren und mit Professionalität und Feingefühl zu handeln.
LKW-Fahrverbot
Zur Freude der Bevölkerung des Bezirkes Liezen wurde endlich mit 1. Oktober das lang geforderte LKW-Fahrverbot auf der B 320, Ennstal Bundesstraße, erlassen. Rund 50 Tafeln im gesamten Bezirk weisen auf das Verbot hin, ausgenommen sind Ziel- und Quellverkehr. Ziel war es, den Schwerverkehr um bis zu 40 Prozent zu reduzieren und auf die Autobahn zu verlegen. Kontrolliert wird streng und das mit Erfolg. Es sind bereits spürbar weniger Mautflüchtlinge unterwegs.
Lob von allen Seiten
„Mit Josef Dick verabschiedet sich nun ein besonnener Bezirkshauptmann mit fachlicher und hoher juristischer Kompetenz sowie Fingerspitzengefühl“, so Liezens Bürgermeisterin Roswitha Glashüttner bei ihrer Laudatio. Dick zeichnete sich vor allem durch seine Offenheit für neue Projekte und positive Entwicklungen im Bezirk Liezen aus. Sachliche Argumente hatten bei ihm oberstes Gebot. „Du warst immer einer, auf den sich die Liezenerinnen und Liezener verlassen können“, dankte Soziallandesrätin Doris Kampus.
Als Zeichen der Anerkennung und für die gute Zusammenarbeit mit den Freiwilligen  Feuerwehren überreichten ihm Bereichsfeuerwehrkommandant Heinz Hartl und Stellvertreter Reinhold Binder die seltene Floriani-Plakette in Gold.
Wie seine Mitarbeiter liebevoll beschreiben, wird es sich beim Ruhestand von Mag. Dr. Josef Dick wohl um einen „Unruhestand“ handeln. Geht der Bezirkshauptmann doch zahlreichen Hobbys nach, wie der Schafzucht, Wandern oder Lesen.  
Der Bezirkshauptmann a. D. bedankte sich im Zuge seiner Abschiedsfeier bei seinen Mitarbeitern, den Einsatzorganisationen, Behörden und Institutionen, der Landesregierung sowie bei seiner Familie. Ein großer Dank galt auch seinen Büromitarbeitern, allen voran Monika Schachner.