Bezirks-Unterligisten hatten in der Herbstsaison die Nase vorne

Der inoffizielle Herbstmeistertitel ist der größte Erfolg des FC Ausseerland in der noch jungen Vereinsgeschichte.

Mit nicht weniger als sechs Mannschaften unter den ersten achtplatzierten Teams stellten die sieben Unterligavereine des Bezirkes Liezen ihre Konkurrenten aus dem Mürztal in der vergangenen Herbstsaison klar in den Schatten.
Aufgrund der Vorverlegung der letzten Runde vor Beginn der offiziellen Saison ist in der Unterliga Nord A nur mehr eine Herbstrunde ausständig. Sechs Vereine haben aber auch noch Nachtragsspiele zu absolvieren, wobei ESV Mürzzuschlag und Stanz mit zwei Partien im Rückstand sind.

Sensationelle Herbstmeisterschaft des FC Ausseerland
An der Tabellenspitze überwintert doch etwas überraschend der FC Ausseerland. Die Ausseer führen die Tabelle bei zwei Spielen mehr am Konto mit fünf Zähler Vorsprung auf ESV Mürzzuschlag an und liegen so nach Verlustpunkten gerechnet einen Punkt hinter dem Titelfavoriten. Der sportliche Leiter Jürgen Hofer freut sich natürlich über die erfolgreiche Herbstsaison: „Dass es so gut läuft, hätten wir nicht erwartet. Ziel war in erster Linie die Weiterentwicklung der Mannschaft und so eine bessere Platzierung als in der Vorsaison. Der jetzige erste Platz zeigt, wie gut der eingeschlagene Weg mit ausschließlich einheimischen Spielern bereits funktioniert. Die Jungs werden immer besser und die Harmonie zwischen Spielern und dem Trainerteam passt optimal.“ Mit acht Toren hat Ingo Temmel die zweitmeisten Treffer im Herbst erzielt. Favorit auf den Meistertitel sei für Hofer in erster Linie aber weiterhin Mürzzuschlag. „Wir machen uns jedenfalls keinen Druck, wollen die Mürztaler aber so lange wie möglich ärgern.“ Auf mögliche Transfers und die Frühjahrssaison angesprochen, meinte der Funktionär, dass im Winter am Spielersektor nichts geplant sei. Da müsste sich schon zufällig etwas Ideales ergeben. Bester Vereinstorschütze: Ingo Temmel, 8 Tore.
SV Pruggern bestätigte Vorjahrserfolg
Als Aufsteiger sorgte Pruggern mit dem Vize-Herbstmeistertitel in der im Frühjahr abgebrochenen Vorsaison für die Riesenüberraschung. Nicht zuletzt dadurch standen die Pruggerer im heurigen Herbst etwas unter Erfolgsdruck. Mit dem dritten Platz bestätigte das Ennstaler Unterligateam die starke Leistung des Vorjahres dann brillant. Trainer Michael Aigner zog im Gespräch mit dem „Ennstaler“ Bilanz: „Es war zweifelsohne schwieriger für uns als im Aufstiegsjahr. Die Gegner haben uns nicht mehr unterschätzt. Obwohl wir spielerisch oft nicht so glänzten wie voriges Jahr, haben wir meiner Meinung nach das Maximum herausgeholt. Unser Kader hat zwar eine gewisse Qualität, aber mit nur 16 Spielern darf nicht viel passieren.“ Aigner sei jedenfalls zufrieden mit der Saison, schließlich sei man bei jeder Partie mit dem Gegner auf Augenhöhe gewesen. „Zum Wohle des Fußballes und vor allem auch des Nachwuchses hoffe ich, dass auch im Frühjahr der Ball rollt. Bei einer weiteren längeren Unterbrechung würden sicher viele ältere Spieler die Fußballschuhe an den Nagel hängen, aber auch zahlreiche Funktionäre das Handtuch werfen.“ Weiter verschlimmern würden sich auch die bereits jetzt großen Nachwuchsprobleme bei den Vereinen.
Beste Vereinstorschützen: Mario Gruber und Daniel Köll mit 5 Toren.
SV Lassing ist beste Auswärtsmannschaft
Punktgleich mit Pruggern, aber einem Spiel weniger, liegt Lassing an vierter Stelle. Der sportliche Leiter Franz Stocker ist mit der abgelaufenen Saison nur bedingt zufrieden: „Auswärts lief es super, mit 13 Punkten aus fünf Spielen waren wir das beste Team in der Fremde. Dagegen holten wir zu Hause aus sechs Partien nur magere fünf Punkte. Besonders die Heimniederlagen in den wichtigen Spielen gegen ESV Mürzzuschlag, FC Ausseerland und WSV Liezen taten sehr weh.“ Am Spielersektor und unter Umständen auch in Sachen Trainer tut sich in der Winterpause einiges. Kapitän Matthias Prommer beendet seine Karriere und Thomas Forstner geht nach seiner im Spiel gegen WSV Liezen erlittenen schweren Knieverletzung mit 38 Jahren in die verdiente Fußballerpension. Auch Trainer Michael Rindler könnte die Lassinger nach zweieinhalb Jahren aus beruflichen und familiären Gründen verlassen.
Bester Vereinstorschütze: Andre Grill, 4 Tore.
TUS Admont seit fünf Spielen ungeschlagen
Mit dem 6. Rang belegt Admont nach der Herbstsaison einen Platz in der ersten Tabellenhälfte. Elf der 17 Punkte holten die Gesäusekicker auswärts und sind damit die drittbeste Mannschaft auf fremdem Rasen. Trainer Alois Valtan ist angesichts der Tatsache, dass er im Sommer eine neue Mannschaft formen musste, mit der Leistung im Herbst zufrieden: „Die Heimniederlage im ersten Spiel gegen den jetzigen Tabellenersten FC Ausseerland tat gleich weh. Mit Fortdauer sind wir aber immer besser in Fahrt gekommen und nun ist die Mannschaft bereits seit fünf Partien ungeschlagen.“
Auf die Chancen, ob im Frühjahr gespielt werden kann, sagte der Admonter Coach: „Ich denke positiv. Mein Gefühl sagt mir, dass wir die Saison zu Ende bringen. Wichtig wird aber sein, dass der Fußballverband eine Lösung findet, die restlichen Herbstrunden und die Nachtragsspiele vor Beginn der Frühjahrspartien unterzubringen.“
Bester Vereinstorschütze: Adrian Roman, 7 Tore.
Durchwachsene Saison des SV Haus
Haus rangierte zum Zeitpunkt der Meisterschaftsunterbrechung mit 14 Punkten einen Rang hinter Admont am 7. Platz. Der Hauser Trainer Raimund Kopf ist mit der Saison bedingt zufrieden: „Der Start war nicht gut. Aufgrund des letzten Platzes in der abgebrochenen Vorsaison war die Mannschaft bei meiner Übernahme ziemlich verunsichert. So gesehen entpuppte sich die kurzfristige Vorverlegung des Meisterschaftsbeginns um eine Woche für uns nicht optimal. Das erste Heimspiel gegen Stainach verloren wir dann auch und im zweiten Spiel lagen wir gegen Pernegg bereits mit 0:2 zurück. Unsere Mannschaft schaffte dann aber noch ein 2:2 und ab diesen Zeitpunkt ging ein Ruck durch die Mannschaft. Wir starteten eine Erfolgsserie mit vier Siegen in Serie und insgesamt 14 Punkten aus sechs Partien.“ Zum Schluss kam wieder Sand ins Getriebe und so setzte es in den letzten zwei Partien Niederlagen. So gesehen ist Kopf froh, dass die Saison unterbrochen wurde. Er hoffe aber, dass es im Frühjahr wieder planmäßig weitergeht.
Bester Vereinstorschütze: Marco Geisler, 7 Tore.
Gelungener Trainereffekt beim WSV Liezen
Mit dem 8. Rang komplettiert WSV Liezen das Ennstaler Trio auf den Plätzen sechs bis acht. Sektionsleiter Amandus Stangl sagte im Gespräch mit dem „Ennstaler“ zur abgelaufenen Saison: „Es war ein durchwachsener Herbst. Wir haben uns sicherlich mehr erwartet. Nach nur drei Punkten aus den ersten fünf Spielen reagierten wir mit einem Trainerwechsel. Mit dem neuen Coach Richard Niederbacher ging es langsam wieder bergauf und die letzten drei Spiele wurden dann auch allesamt gewonnen. Nicht zuletzt angesichts dieser guten Leistungen im Finish hätten wir natürlich noch gerne weitergespielt. Noch dazu wo auch das Wetter optimal gewesen wäre.“ Auf den Kader und die Weiterführung der Meisterschaft angesprochen, meinte Stangl. „Mile Ignjatic fällt den gesamten Frühjahr verletzungsbedingt aus und so werden wir uns um einen Verteidiger umschauen müssen. Dass die Saison fertiggespielt wird, nehme ich doch stark an. Eine weitere halbjährliche Pause würde dem Amateurfußballl sehr schaden.“
Bester Vereins­torschütze: Stefan Werner Hintsteiner, 7 Treffer.
Enttäuschende Herbstmeisterschaft des SV Stainach/Grimming
Die große Enttäuschung in der Herbstmeisterschaft war zweifelsohne der SV Stainach/Grimming. Als Titelmitfavorit gestartet, liegen die Stainacher nach zwölf gespielten Runde mit mageren zehn Punkten am 11. Platz. Der vor kurzem zurückgetretene langjährige Sektionsleiter Franz Mandl – einen Rückblick über seine jahrzehntelange Arbeit für den Fußball gibt es in der nächste „Ennstaler“-Ausgabe – nahm zur abgelaufenen Saison noch einmal Stellung: „Wir sind weit hinter den Erwartungen geblieben. Der Mannschaft ist es über weite Strecken nicht gelungen, die vorhandene Qualität auszuspielen. Besonders unseren Heimvorteil auf dem großen Platz konnten wir nicht nutzen. Nur vier Punkte aus fünf Spielen sind mehr als mager. Durch unverständliche Eigenfehler unserer großteils routinierten Kicker in der Defensive kassierten wir viele unnötige Gegentreffer. Unseren jungen Tormann trifft dabei aber überhaupt keine Schuld. Ich hoffe sehr, dass die Mannschaft im Frühjahr mit neuer Energie, Zusammenhalt und harter Arbeit wieder auf die Erfolgsspur zurückkehrt.“
Bester Vereinstorschütze: Benjamin Hadzic, 5 Tore.